Gaspreis

Bei der Anschaffung einer neuen Gasheizung oder der Umrüstung eines bestehenden Systems spielt das vorhandene Budget eine von vielen tragenden Rollen. Dabei sollten nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die laufenden Betriebskosten unter die Lupe genommen werden. Es ist daher ganz nützlich, die aktuellen Gaspreise sowie die Prognosen der Gaspreisentwicklung zu kennen.

Inhaltsverzeichnis

    Wie sieht die Prognose für die Gasentwicklung aus?

    Zunächst muss einmal klar sein, dass die Entwicklung des Gaspreises von größeren Schwankungen gekennzeichnet ist als beispielsweise der Strompreis. Nachdem es lange Zeit eine minimale Absenkung pro Jahr gab, wird die Nachfrage nach Erdgas durch neue Industriezweige steigen und sich somit der Gaspreis erhöhen. Es darf davon ausgegangen werden, dass er bereits Ende 2018 um die 7,00 Cent pro Kilowattstunde beträgt. Aufgrund des Bestrebens des Bundeskartellamtes haben sich einige regionale Anbieter zu einer Angleichung des Gaspreises bereiterklärt. Dies kann bereits bei einer Veränderung von nur 5 Prozent bis zu 100 Euro im Jahr betragen. Erfahren Sie mehr darüber, wie sich der Gaspreis zusammensetzt, von was er abhängig ist und wie sie den besten Gaspreis für sich bekommen – auch durch einen Anbieterwechsel.

    Info: Gazprom hat bereits eine Erhöhung von bis zu zehn Prozent angekündigt – dieser Gasversorger unterhält 40 Prozent des deutschen Erdgasmarktes.

    Wie verlief die Preisentwicklung in den letzten Jahren?

    Die Schwankungen der letzten Jahre lassen sich am besten anhand der nachstehenden Tabelle überblicken:

    JahrPreis / Kilowattstunde
    20073,13 Cent
    20087,62 Cent
    20096,80 Cent
    20105,65 Cent
    20115,79 Cent
    20126,32 Cent
    20136,52 Cent
    20146,78 Cent
    20156,41 Cent
    20166,20 Cent
    20176,05 Cent
    20186,50 Cent

    Folgende Übersicht verschafft einen schnellen Überblick über die letzten Jahre:

    • Gaspreisentwicklung 12 Monate Trend + 6 %
    • Gaspreisentwicklung der letzten 10 Jahre + 6 %
    • Gaspreisentwicklung der letzten 5 Jahre ± 0 %
    • Gaspreisentwicklung der letzten 3 Jahre – 3 %

    Von welchen Faktoren wird der Gaspreis bestimmt?

    Als Erstes ist, wie beim Holz oder der fast historischen Kohlebestellung als Brennstoff für die Heizung, festzustellen, dass eine Bestellung im Frühjahr und Sommer wesentlich günstiger sein kann, als im Herbst oder im Winter. Des Weiteren ist der Gaspreis von diesen Punkten abhängig:

    • Politische Unruhen (Abhängigkeit zur Liefernation)
    • Ausbau neuer Pipelines
    • Ressourcenknappheit
    • Fracking
    • Steuern (Mehrwertsteuer, Erdgassteuer)
    • Ölpreisbindung
    • Nutzungsgebühren für das Gasnetz
    • Kosten für Marketing und Vertrieb des Gasanbieters
    • Senkung der Fördermenge durch OPEC-Staaten
    • Allgemeine Energiemarktpreise
    • Förderungs- und Konzessionsabgaben

    Dabei ist der Gaspreis wie ein Wirtschaftsgut zu betrachten. Er wird ebenso durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

    Angebot

    • Variationen in der produzierten Erdgasmenge
    • Menge des importierten bzw. exportierten Gases
    • Lieferbeschränkungen
    • Gespeicherte Gasmenge in Erdgasspeichern

    Nachfrage

    • Wirtschaft
    • Wetteränderungen (Jahreszeiten)
    • Ölpreise

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    Wie sieht die Preisgestaltung der Gasanbieter aus?

    Der Gaspreis wird seit 2007 an der Leipziger Energiebörse „European Energy Exchange“ (EEX) ernannt. Des Weiteren werden die Handelsverbindungen von Förderer, Vertrieb, Logistik und Abnehmer über Langzeitverträge aufrechterhalten.

    Die Zusammensetzung des Gaspreises erfolgt aus verschiedenen Faktoren:

    • Gaseinkauf (mehr als 50 Prozent)
    • Vertrieb des Gasanbieters
    • Netzgebühren
    • Steuern
    • Messung und Abrechnung
    BestandteileProzentanteil
    Nettonetzentfeld18,7 %
    Abrechnung0,8 %
    Messung0,3 %
    Messstellenbetrieb0,8 %
    Konzessionsabgabe3,4 %
    Gassteuer7,4 %
    Umsatzsteuer19 %
    Energiebeschaffung, Vertrieb, sonstige Kosten u. Marge52,6 %

    Eine Kilowattstunde Gas kostet im Durchschnitt aktuell etwa 6,5 Cent (Beginn 2019 wahrscheinlich 7,0 Cent). Und dennoch ist er auch von anderen Werten abhängig und kann daher variieren.

    • Wohnort
    • Verbrauchsanteile
    • Grundpauschale
    • Gasanbieter

    Somit kann der reale Spielraum des Gaspreises zwischen 4 und 9 Cent pro Kilowattstunde liegen.

    Info: Energiepreise unterscheiden sich je nach Anbieter um bis zu 50 Prozent.

      Worauf sollte ich bei der Wahl meines Gasanbieters achten?

      Es gibt einige Dinge bei der Wahl des Gasanbieters zu beachten. Im ersten halben Jahr wird grundsätzlich mit günstigen Angeboten geworben. Man sollte daher auch nachlesen, wie sich die Gaspreise allein im eigenen Vertrag verändern – da sind die globalen Einflüsse noch nicht enthalten. Bei der Wahl des neuen Gasanbieters darf auf folgende Kriterien geachtet werden:

      • Angebotspreise
      • Langzeitgarantien
      • Gasherkunftsland
      • Brennwert des Gases (Energiefreisetzung)

      Der Kunde sollte stets das Kleingedruckte des Vertrages lesen. Hier stehen mitunter Bindungsfallen, welche zur Kenntnis genommen werden sollten.

      • Kündigungsfristen zwischen vier und sechs Wochen
      • Keine mehrmonatige Vorauszahlung oder Kautionshinterlegung
      • Verträge mit Laufzeiten von höchstens einem Jahr
      • Monatliche Abschlagszahlung
      • Keine an der Abnahmemenge orientierten Pauschalen oder Paketangebote
      • Vorsicht bei Sonderabschlägen, Kautionen und Vorkasse
      • Preisgarantie und Sonderkündigungsrecht bei Preisänderung

      Tipp: Rabatte oder Boni sollen auf die Gesamtvertragslaufzeit umgelegt werden.

      Bei einem Onlinegasvergleich lassen sich schnell günstige Tarife und Endpreise finden. Danach gilt es, diese Erkenntnisse mit den Rahmenbedingungen des Anbieters und Vertrages zu analysieren.

      Info: Nicht jeder Top-Tarif bietet die besten Konditionen. Der Blick hin zu zusätzlichen Paketen oder regionalen Angeboten hilft sparen.

      Wie kündige ich einen Gasvertrag richtig?

      Beitragsbild: Gasheizung kaufen

      Bezüglich einer angekündigten Preiserhöhung durch den bestehenden Anbieter erhält der Verbraucher eine Art Sonderkündigungsrecht. Dieses muss persönlich in Schriftform beantragt werden. Für diese Option ist eine Frist von 14 Tagen gesetzt, ansonsten kommt ein stummes Einverständnis zum Tragen. Folgende Angaben müssen bei einer Kündigung angegeben sein:

      • Name und Anschrift des aktuellen Gasanbieters
      • Eigener Name und betreffende Anschrift
      • Betreff mit der expliziten Formulierung „Kündigung meines Gasvertrages“
      • Daten zur Abnahmestelle (Zähler-, Kunden-, Vertragskontonummer)
      • Bitte um Eingangsbestätigung
      • Startdatum der gültigen Preiserhöhung
      • Wichtig: Datum und Unterschrift

      Tipp: Um Komplikationen zu vermeiden, sollte diese Info auch an den neuen Gasanbieter weitergeleitet werden.

      Wie kann ich Gaskosten sparen?

      Gaspreise lassen sich durch viele Optionen senken. Zum einen kann der Heizbedarf durch folgende einfache Schritte gemindert werden:

      • Türen zu kalten Räumen schließen
      • Heizkörper nicht durch Möbel verstellen
      • Heizung regelmäßig entlüften
      • Wände, Fenster und Türen dämmen
      • Stoßlüften
      • Konstant heizen
      • Durchschnittstemperatur senken
      • Deckel auf Topf und Pfanne
      • Teppiche und Auslegware

      Tipp: Die Senkung der Raumtemperatur um nur ein Grad Celsius entspricht einer Einsparung des Energieverbrauchs von bis zu 6 Prozent.

      Zudem helfen auch technische Mittel bei einer Reduzierung der Ausgaben:

      Des Weiteren offenbaren diese Kniffe bei ausreichender Recherche gutes Einsparpotenzial durch günstigere Gasanbieter:

      • Neukundenboni (Steter Wechsel)
      • Keine Langzeitbindung (Flexibilität)
      • Sofort-Gutschriften (Recherche notwendig)

      Tipps zur Förderung durch KfW und BAFA

      Förderung erhalten Heizungsbesitzer von der KfW beziehungsweise der BAFA. Von der finanziellen Förderung beim Einbau einer Heizungsanlage bis hin zur Aufrüstung eines bestehenden Systems auf moderne Technologien stellen die Kreditinstitute lohnenswerte Angebote bereit:

      KfW

      • Zuschüsse auf Brennwerttechnik
      • Förderung Umbaukosten
      • Kredite für Hydraulischen Abgleich
      • 7,5 Prozent Tilgungszuschuss
      • 10 Prozent Förderung für moderne Heizkessel
      • 12,5 Prozent Darlehen auf Einhaltungsmaßnahmen EnEV

      BAFA

      • Maximal 2.500 Euro Förderung für Einbau und Kauf einer Gasheizung
      • Förderung einer Hybridheizung mit Gasbrennwerttechnik und Solarthermie
      • Gaskesseltauschbonus von 500 Euro

      Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen den beiden Institutionen. Die KfW stellt Kredite aus, welche abbezahlt werden müssen, die BAFA unterstützt Heizungsbauer mit unverbindlichen Fördermitteln.

      FAQ – Noch Fragen?

      Der Kauf einer Gasheizung bietet sich für die Installation im Neubau förmlich an. Auch aufgrund der wunderbaren Kombinationsmöglichkeiten mit den alternativen Heizungsarten Wärmepumpe und Solarthermie lässt sich hier durchaus eine ökologische sowie ökonomische Lösung finden. Dabei sollte mit folgenden Kosten geplant werden:

      • Gasheizung kaufen (Einfamilienhaus) 2.000 – 4.000 Euro
      • Installation 800 – 1.500 Euro
      • Brennwerttechnik + Schornsteinsanierung 1.000 – 2.500 Euro
      • Warmwasserspeicher 800 – 1.500 Euro
      • Gasanschluss (falls noch nicht vorhanden) 1.500 – 2.500 Euro
      • Wartung und Reinigung (pro Jahr) 250 – 300 Euro

      Es gibt drei grundlegende Eigenschaften, sich für eine Kombination aus Gasheizung mit Solarthermie zu entscheiden:

      • Effizienz
      • Sparpotenzial
      • Umweltfreundlichkeit

      Zum einen erreicht man beim Kauf einer Gasheizung mit Brennwerttechnik einen hohen Wirkungsgrad von durchschnittlich 97 Prozent. Aufgrund der Rückgewinnung der Abgaswärme für den Heizkreislauf sowie der eigens eingespeisten Energie aus der Solarthermie Anlage rechnet sich die Investition bereits weit unter der Hälfte der Betriebsdauer einer solchen Anlage.

      Es kann davon ausgegangen werden, dass bis zu 80 Prozent des Warmwasserbedarfs per Sonnenenergie bedient werden kann. Zudem wird die CO2-Emission durch die Einbindung eines regenerativen Brennstoffs und der effektiven Brennwerttechnik um einiges nach unten gesetzt. Ausgewiesene Fördergelder durch die KfW und die BAFA unterstützen zudem die Entscheidung für diese Kombination.

      Zu den drei großen Produzenten in Europa gehören:

      • Gazprom (Russland)
      • Gasunie (Niederlande)
      • Statoil (Norwegen)

      Des Weiteren besteht ein Unterschied in der Gasversorgung durch den Lieferanten. Gängiges Erdgas wird hierbei meist über eine zentrale Gasleitung – einen Netzanschluss – vertrieben. Dieser Bezug ermöglicht Verträge mit norddeutschen Gasanbietern für einen Standort in den Alpen.

      Auch die alternative Option Biogas kann vom Kraftwerk über solche Pipelines transportiert werden.

      Andererseits ist die Entscheidung für Flüssiggas in der Regel an eine Lagerung im Tank gekoppelt. Regelmäßige Auffüllungen realisieren nun eine noch effizientere Erzeugung von Energie aus der Umwandlung und Verbrennung dieser Variante.

      Über den Autor

      Jan-Philipp Hotze

      Als Geschäftsführer von ökoloco ist es Jan-Philipps Ziel, jeden Haushalt nachhaltig zu versorgen und dabei zu helfen, eine kohlenstoffarme Wirtschaft…
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