Ölheizung: Kosten, Vor- und Nachteile – Gibt es ein Verbot?
6 Millionen Immobilienbesitzer nutzen derzeit eine Ölheizung. Damit ist das Heizen mit Öl nach wie vor relevant. Die Neuerung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), im Volksmund auch als Heizungsgesetz bezeichnet, hat jedoch für Unsicherheit gesorgt. Gleich vorab: Eine Austauschpflicht für Ölheizungen gibt es nicht. Was Eigentümer jedoch beachten sollten, was eine neue Ölheizung kostet sowie Vor- und Nachteile im Überblick.
Ölheizung in 2026: Besteht eine Austauschpflicht?
Mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) haben sich die Vorgaben für Gas- und Ölheizungen im Juli 2026 grundlegend geändert. Die wesentlichen Neuregelungen gelten seit dem 29. Juli 2026. Für Eigentümer bedeutet das vor allem: Eine generelle Austauschpflicht für bestehende Ölheizungen gibt es nicht.
Die wichtigsten Regelungen im Überblick:
- Keine generelle Austauschpflicht für bestehende Ölheizungen: Funktionierende Ölheizungen dürfen grundsätzlich weiter betrieben und bei einem Defekt repariert werden. Eine gesetzliche Pflicht, eine bestehende Ölheizung allein wegen ihres Alters gegen ein anderes Heizsystem auszutauschen, besteht nach dem neuen GModG nicht mehr.
- 30 Jahre Regel entfällt: Unter dem bisherigen Gebäudeenergiegesetz galt für bestimmte ältere Konstanttemperaturkessel ein Betriebsverbot nach 30 Jahren. Diese Regelung wurde mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz gestrichen. Damit müssen auch entsprechende Öl- oder Gaskessel nicht mehr allein deshalb ausgetauscht werden, weil sie die Altersgrenze von 30 Jahren überschritten haben.
- 65 Prozent Regel abgeschafft: Die bisherige Vorgabe, neue Heizungen unter bestimmten Voraussetzungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben, ist entfallen. Eigentümer können wieder zwischen verschiedenen Heizsystemen wählen. Grundsätzlich können deshalb auch Ölheizungen neu eingebaut werden. Das gilt sowohl für den Bestand als auch für Neubauten.
- Neue Ölheizungen müssen künftig steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe nutzen: Wer nach dem 29. Juli 2026 eine neue Ölheizung in ein bestehendes Gebäude einbaut, fällt unter die sogenannte Biotreppe. Ab 2029 müssen mindestens 10 Prozent, ab 2030 mindestens 15 Prozent, ab 2035 mindestens 30 Prozent und ab 2040 mindestens 60 Prozent der bereitgestellten Wärme aus bestimmten klimafreundlichen Brennstoffen wie Bioöl erzeugt werden.
- Klimaneutrale Brennstoffe ab 2045: Bis Ende 2026 soll zusätzlich eine Grünöl- und Grüngasquote gesetzlich konkretisiert werden. Nach dem bereits beschlossenen § 42a GModG soll sie dafür sorgen, dass die zur Gebäudeheizung in Verkehr gebrachten Brennstoffe ab 2045 vollständig klimaneutral sind. Die konkrete Ausgestaltung dieser Quote ist im August 2026 allerdings noch nicht abschließend geregelt.
Kein Verbot von Ölheizungen
Ein generelles Verbot von Ölheizungen gibt es 2026 also nicht. Bestehende Anlagen dürfen grundsätzlich weiter betrieben werden. Auch der Neueinbau einer Ölheizung ist seit Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsgesetzes wieder ausdrücklich möglich. Die frühere pauschale Vorgabe von mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien wurde abgeschafft.
Wer sich heute für eine neue Ölheizung in einem bestehenden Gebäude entscheidet, muss jedoch die zukünftigen Anforderungen an den Brennstoff berücksichtigen. Für nach dem 29. Juli 2026 neu eingebaute Öl-, Gas- oder Flüssiggasheizungen schreibt das GModG ab 2029 schrittweise steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe vor. Bei einer Ölheizung kann diese Vorgabe insbesondere durch den Einsatz von Bioöl erfüllt werden. Alternativ können je nach Ausgestaltung der Anlage beispielsweise auch Solarthermie oder eine Wärmepumpen Hybridheizung zur Erfüllung der Anforderungen beitragen.
Wichtig: Auch für das Jahr 2045 sieht das neue Gesetz keine pauschale Pflicht vor, eine funktionierende Ölheizung auszubauen. Stattdessen soll die Klimaneutralität zunehmend über die eingesetzten Brennstoffe erreicht werden. Ab 2045 sollen die für die Gebäudeheizung in Verkehr gebrachten Brennstoffe vollständig klimaneutral sein.
Was kostet eine neue Ölheizung?
Die Anschaffungskosten für eine neue Ölheizung liegen bei etwa 9.000 Euro. Hier eine Beispielrechnung für den Kauf einer neuen Ölheizung:
| Komponente | Kostenbereich |
|---|---|
| Öl-Brennwertkessel | 4.000 € – 7.000 € |
| Warmwasserspeicher | 800 € – 1.500 € |
| Öltank | 2.000 € – 4.000 € |
| Installation und Zubehör | 1.500 € – 4.000 € |
| Gesamtkosten | 8.300 € – 16.500 € |
Falls der Schornstein noch nicht für moderne Brennwerttechnik ausgelegt ist, entstehen zusätzliche Kosten für die Schornsteinsanierung. Diese belaufen sich auf 800 bis 1.200 Euro. Ein neuer Öl-Brennwertkessel bietet eine moderne Brennwerttechnik und erreicht einen hohen Wirkungsgrad, sodass sich hierdurch die Heizkosten um bis zu 10 % senken lassen. Eine Schornsteinsanierung ist erforderlich, da die Niedrigtemperaturheizungen die Abgase kondensieren lassen und hierfür die älteren Schornsteine nicht ausgelegt sind.
Neue Warmwasserspeicher sind gedämmt und können zusätzlich noch die Kosten für die Warmwassergewinnung reduzieren.
Die Kosten für den Öltank können Eigentümer möglicherweise herausrechnen, falls der vorhandene Tank problemlos weitergenutzt werden kann.
Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über die möglichen Anbieter. Hier kann das Internet eine nützliche Hilfe darstellen.
Laufende Kosten
In Bezug auf die Heizölkosten müssen Sie dagegen etwa 7,8 bis 8,5 Cent pro kWh einplanen. Wie viel Kilowattstunden der Heizbedarf für einen Haushalt ausfällt, hängt vor allem von der Gebäudegröße und der Anzahl der dort lebenden Personen ab. Hier eine Schätzung der Kosten für verschiedene Haushaltsgrößen:
| Gebäudegröße (m²) | Personenzahl | Geschätzter Heizbedarf (kWh) | Heizkosten (von–bis) |
|---|---|---|---|
| 100 | 2 | 12.000 | 936 € – 1.020 € |
| 150 | 3 | 18.000 | 1.404 € – 1.530 € |
| 200 | 4 | 24.000 | 1.872 € – 2.040 € |
| 250 | 5 | 30.000 | 2.340 € – 2.550 € |
| 300 | 6 | 36.000 | 2.808 € – 3.060 € |
Darüber hinaus müssen Ölheizungen nicht nur vom örtlichen Schornsteinfeger überprüft, sondern auch regelmäßig gewartet werden. Die jährlichen Wartungskosten liegen bei durchschnittlich 250 Euro. Die Kosten für den Schornsteinfeger bei etwa 100 Euro pro Jahr.
Der Schornsteinfeger kommt einmal im Jahr. Ebenfalls sollte mindestens einmal im Jahr eine Heizungswartung erfolgen. Dabei fallen verständlicherweise in den ersten Jahren so gut wie keine Reparaturkosten an.
Wenn Sie Ihre Energiekosten noch weiter senken möchten, können Sie auch an eine Ergänzung durch eine Solarthermie-Anlage denken. Diese schlägt jedoch erst einmal mit rund 8.000 Euro zu Buche, wobei Eigentümer von einer Förderung von 25% durch die BAFA profitieren.
Förderung von Ölheizungen in 2026
Förderung von Ölheizungen in 2026
Seit dem 21. Juli 2026 gelten angepasste Bedingungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Gefördert werden weiterhin insbesondere klimafreundliche Heizsysteme wie Wärmepumpen, Solarthermieanlagen und Biomasseheizungen. Die Grundförderung beträgt derzeit 30 Prozent der förderfähigen Kosten.
Reine Ölheizungen sind von der staatlichen Heizungsförderung ausgeschlossen. Das gilt auch dann, wenn die Anlage mit Bioheizöl beziehungsweise anderen biogenen flüssigen Brennstoffen betrieben wird. Der Einsatz eines erneuerbaren Brennstoffs macht den Ölkessel selbst somit nicht zu einer förderfähigen Heizungsanlage.
Förderung von Öl-Hybridheizungen
Anders sieht es bei einer Öl-Hybridheizung aus. Wird beispielsweise eine förderfähige Wärmepumpe oder Solarthermieanlage mit einer Ölheizung kombiniert, kann die erneuerbare Komponente der Hybridheizung gefördert werden. Der Ölkessel selbst bleibt von der Förderung ausgeschlossen.
Bei einem Wärmepumpen-Hybrid-Kompaktgerät, bei dem Wärmepumpe und nicht förderfähiger zweiter Wärmeerzeuger bereits ab Werk in einem Gerät kombiniert sind, werden pauschal 65 Prozent der Gesamtkosten der Wärmepumpe zugerechnet und als förderfähig berücksichtigt, sofern die Wärmepumpe die technischen Fördervoraussetzungen erfüllt.
Förderung für den Austausch einer Ölheizung
Für Eigentümer kann der Austausch einer alten Ölheizung dennoch besonders attraktiv sein: Wird eine funktionsfähige Ölheizung gegen eine förderfähige klimafreundliche Heizung ausgetauscht und die alte Anlage fachgerecht demontiert und entsorgt, können Selbstnutzer zusätzlich zur Grundförderung derzeit einen Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozent erhalten. Ab dem 1. Februar 2027 wird dieser Bonus schrittweise reduziert. Insgesamt sind bei selbstgenutztem Wohneigentum abhängig vom Einkommen derzeit Zuschüsse von bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten möglich.
Wann eine Ölheizung Sinn macht
Moderne Ölheizungen können es durchaus mit anderen Heizungsarten aufnehmen. Sie sind sparsam und erreichen eine hohe Wärmeleistung. Einer der größten Vorteile ist, dass eine Ölheizung überall eingesetzt werden kann. Sie benötigen als Hausbesitzer keinen aufwändigen und wartungsintensiven Gasanschluss oder ein Fernwärmesystem.
Dies ist auch einer der Gründe, warum die meisten Ölheizungen in ländlichen Regionen Anwendung finden. Hier finden sie auch heute noch Anwendung beispielsweise als Hybridheizung in Kombination mit einer Solarthermie oder Wärmepumpe. Letztere arbeitet gerade in Altbauten aufgrund des geringen Dämmstandards nicht immer effizient. Hier springt dann die Ölheizung als Heizungsunterstützung ein.
Nachteilig erweist sich dagegen, dass Sie als Hausbesitzer selbst dafür sorgen müssen, dass immer ausreichend Heizöl in Ihrem Tank zur Verfügung steht. Hier kommt es auf eine sorgsame Planung an. Wer einen langen und kalten Winter befürchten muss, der sollte sich daher rechtzeitig mit seinem Heizöllieferanten in Verbindung setzen. Ebenso können die Heizkosten minimiert werden, wenn das Heizöl nicht auf dem letzten Drücker, sondern schon in der warmen Jahreszeit bestellt wird. Interessant ist, dass meist zu Beginn des Frühlings die Heizölpreise etwas niedriger sind, da der Winter vorüber ist und viele nicht sofort an ein Auffüllen ihres Tanks denken.
Die Vor- und Nachteile von Ölheizungen
Ölheizungen gehören auch heute noch zu den beliebten Alternativen im Außenbereich und überall dort, wo keine Gasleitungen oder andere Versorgungsleitungen vorhanden sind. Nachfolgend sollen die wichtigsten Vor- und Nachteile kurz aufgeführt werden.
Vorteile
- Zuverlässige Brenntechnik
- Kein Gasanschluss oder andere Anschlüsse erforderlich
- Nicht von anderen Energieversorgern abhängig
- Wahl des Öllieferanten ist frei
- Heizöl kann zu Niedrigpreisen eingekauft werden
- Für Heißwasser und Heizwasser gleichermaßen geeignet
- Sparsame Verbrennung mit modernen Heizungsanlagen
- Es kann auch Bio-Heizöl verwendet werden
- Mit moderner Anlage niedriger Emissionsausstoß
- Lässt sich auch mit autarker Solarthermie-Anlage kombinieren
- Relativ schnelle Amortisierung
Nachteile
- Die Preise für Heizöl können schwanken und sind schwer vorausberechenbar
- Die Heizölkosten müssen vorfinanziert werden
- Höherer Platzbedarf durch Heizöltank
- teilweise Ölgeruch im Keller
- keine Förderungen durch KfW und BAFA
Funktion der Ölheizung
Eine Ölheizung benötigt zunächst einmal Heizöl als Brennstoff. Dieser befindet sich in einem Tank, der in aller Regel in einem Kellerraum unweit der Heizungsanlage selbst installiert ist. Vom Öltank wird das Heizöl über ein Leitungssystem zum eigentlichen Brenner gepumpt. Dort gelangt es zu einer Sprühdüse und wird in Brand gesetzt.
Über einen Wärmetauscher wird das Heizwasser erwärmt, welches zu den einzelnen Heizkörpern im Haus gelangt. Da es sich um ein geschlossenes Heizungssystem handelt, fließt das abgekühlte Wasser wieder zur Ölheizung zurück.
Ebenso wird über den Wärmetauscher auch das Wasser in einem Vorratsbehälter erwärmt. Dieses kann dann an die Verbraucher zum Duschen, Baden und Händewaschen verwendet werden. Aufgrund der Transportwege über das Leitungssystem sinkt die Temperatur des etwa 90 Grad heißen Wassers bis zu den Versorgern auf 55 bis 60 Grad Celsius.
Die wichtigsten Komponenten einer Ölheizung sind im eigentlichen Kessel untergebracht. Zu dieser sogenannten Unit gehören:
- Der Brenner
- Der Wärmespeicher
- Die Umwälzpumpe
- Der Ausgleichsbehälter
- Der Wärmetauscher
- Die Zirkulationsverrohrung
- Das Wärmeausgabegerät
- Der Regler
- Die Abgasausführung
Was sind Niedertemperaturheizungen?
Ältere Ölheizungen waren bis 1980 mit einem Konstantkessel ausgestattet und heizten konstant mit einer gleich hohen Temperatur. Hier konnten Sie die Temperatur nur über die Thermostate an Ihren Heizungen regeln. Leider ließen sich hier nur Temperaturen zwischen 35 und 60 Grad Celsius einstellen, wobei die meiste Heizwärme ungenutzt durch den Schornstein entwich.
Aus diesem Grund wurden Niedertemperaturheizungen entwickelt. Diese sogenannten NT-Ölheizungen können mit variabel einstellbaren Temperaturen betrieben werden, sodass auch das Heizwasser individuell erhitzt werden kann. Der Wärmebedarf kann auf diese Weise optimal der Außentemperatur angepasst werden. Zudem erreichen moderne Niedertemperaturheizungen eine wesentlich geringere Abgastemperatur.
Die Brennwertheizung als Weiterentwicklung
Eine innovative Weiterentwicklung der NT-Ölheizung stellt die Brennwertheizung dar. Hierbei wird unter anderem auch die Abgaswärme genutzt. Diese Heizungsanlagen arbeiten am effizientesten.
Der Heizwert steht für den Energiegehalt des Heizöls ohne den eigentlichen Energieanteil, der im Wasserdampf bei der Erhitzung enthalten ist. Dieser entsteht bei der Verbrennung. Der Brennwert umfasst auch die freigewordene Wärme des Wasserdampfes. Durchschnittlich beträgt der Unterschied zwischen Brennwert und Heizwert etwa 6 %. Die Kondensation des Heizwassers ist bei einer Brennwertheizung sehr wichtig. Zu beachten ist lediglich, dass im Ergebnis ein saures Kondensat gebildet wird. Bei Verwendung eines schwefelarmen Heizöls darf dieses in das Abwassernetz geleitet werden.
Warmwasserbereitung mit der Ölheizung
Ähnlich wie bei einer Gasheizung produzieren auch Ölheizungen die Warmwasseraufbereitung zentral am Standort der Anlage. Ein Warmwasserbehälter ist neben dem Brenner angeordnet. Hierbei handelt es sich um einen auf dem Boden stehenden Behälter oder ein an der Wand hängender Warmwasserspeicher.
Mithilfe der heutzutage computergesteuerten Heizungsregelung und der Verwendung einer sogenannten Vorrangschaltung, steht Ihnen jederzeit heißes Wasser zur Verfügung. Beachten Sie, dass die Ölheizungen so ausgeführt sind, dass immer zuerst das Heißwasser für die direkte Verwendung erhitzt wird und erst danach das eigentliche Heizungswasser für die Heizkörper.
Der Heizöltank
Der Heizöltank befindet sich meist im selben Kellerraum neben dem Heizkessel oder in einem separaten Nebenraum. Ebenso kann er aber auch im Freien oberirdisch oder im Boden eingelassen installiert sein. Während die älteren Heizöltanks aus hochwertigem Stahl hergestellt sind, werden heute immer häufiger leichte Modelle aus Kunststoff angeboten. Hierbei handelt es sich um doppelwandige Ausführungen, die sehr robust gebaut sind.
Je nach Bauart muss für einen Heizöltank noch ein umgebenes Auffangbecken vorhanden sein. Bei älteren Modellen ist der Tank daher von einer Betonwanne umgeben. Damit soll verhindert werden, dass das Heizöl ungehindert in den Boden oder das Erdreich eindringen kann. Insbesondere für Wasserschutzgebiete werden Speziallösungen angeboten.
Defekte Ölheizung erkennen
Es gibt mehrere Gründe an eine Heizungserneuerung zu denken. Ältere Ölheizungen können durch eine fehlerhafte Einstellung mehr Brennstoff verbrauchen. Dies kann zu unnötigen und höheren Heizölkosten führen. Hier ist ein Fachmann gefragt, der die Anlage überprüft und ggf. wartet.
Wie bereits zuvor dargelegt, kühlen ältere Ölheizungen die Verbrennungsgase stark ab, sodass diese nicht weiter genutzt werden können. Der kondensierte Wasserdampf kann zur Korrosion von wichtigen Teilen der Anlage führen. Aber auch undichte Ventile zum Wasserkessel sind durch tropfendes Wasser unterhalb der Anlage schnell erkennbar.
Heizkessel sind für eine Lebensdauer von rund 15 Jahren ausgerichtet. Ist dieser älter, sollten Sie sich rechtzeitig um Ersatz kümmern. Zum Teil können hierdurch weitere mechanische Probleme auftreten oder die Heizungsanlage fällt komplett aus. Kontrollieren Sie das Typenschild auf der Anlage. Dort lässt sich das Herstellungsdatum entnehmen. In diesem Fall sollten Sie einen Fachmann mit dem Austausch beauftragen. Beachten Sie, dass es insbesondere für sehr alte Ölheizungen nur noch selten Ersatzteile gibt. Hier müssen dann die Komponenten komplett ersetzt werden.
Leck am Heizöltank
Besonders fatal ist ein leckgeschlagener Öltank. Hierdurch können unter Umständen weitere Umweltschäden auf Sie zukommen. Aus diesem Grund sollten Sie regelmäßig den Tank auf Undichtigkeiten kontrollieren. Ein erhöhter Ölgeruch kann hier ein Anzeichen sein.
Wie kann ich eine alte Ölheizung entsorgen?
Unabhängig davon, ob Sie eine komplett neue und moderne Ölheizung einbauen lassen möchten oder gar auf einen anderen Energieversorger wechseln möchten, müssen Sie die alte Anlage fachgerecht entsorgen. Probleme bereitet immer ein alter Heizöltank im Keller. Diesen dürfen nur Fachleute demontieren. Teilweise müssen die aus Stahl gefertigten Modelle im Keller zerlegt werden. Aufgrund der brennbaren Gase und Restbestände an Altöl ist hier höchste Vorsicht geboten.
Eine Fachfirma kann Ihnen die gesamte Anlage demontieren und bei Bedarf auch wieder eine neue Anlage einbauen. Beachten Sie, dass hierdurch nicht unerhebliche Montagekosten auf Sie zukommen können. Da es sich hier um Sondermüll handelt, lassen sich alte Ölheizungsanlagen kaum über den örtlichen Wertstoffhof selbst entsorgen. In allen Fällen spielt die Sicherheit für die Umwelt eine wichtige Rolle.
FAQ – Noch Fragen?
Was ist die Energieeinsparverordnung (EnEV)?
Grundsätzlich begrenzt die EnEV für Heizungen und Warmwasseraufbereitung den maximal zulässigen Primärenergiebedarf. Diese Verordnung ist 2002 in Kraft getreten und stellt eine Zusammenführung der bisherigen Wärmeschutzverordnung und der Heizungsanlagenverordnung dar. In die Energiebilanz fließen nun auch die möglichen Energieverluste bei der Berechnung ein. Hierzu zählen beispielsweise die Transportwege der Energieträger, bevor Sie im Haus genutzt werden können.
Die vorgegebene Begrenzung eines Jahres-Primärenergiebedarfs macht eine moderne Heiztechnik unumgänglich. Insbesondere Neubauten sind dadurch angehalten, nur auf die neueste Heiztechnik zu setzen. Die modernen Heiztechniken sind in der jeweiligen Bauausführung enthalten. Dabei stehen natürlich alle kombinierbaren Heiztechniken zur Auswahl, wobei bei einer Ölheizung gerne auch die Solarthermie bevorzugt wird.
Bei Altbauten kann der Primärenergiebedarf ebenfalls mit einer neuen Brennwerttechnik verbessert werden. Je effizienter eine solche Anlagentechnik ist, wie beispielsweise durch eine neue Ölheizung, desto weniger stark muss ein Altbau durch eine Wärmedämmung gedämmt werden, um die erforderlichen Werte zu erreichen.
Welches sind die bekanntesten Hersteller?
Die nachfolgende Liste enthält einige der wichtigsten Hersteller von Ölheizungsanlagen. Verständlicherweise ist diese natürlich nicht abschließend, da auf dem Markt regelmäßig neue und innovative Modelle von anderen Herstellern und Marken angeboten werden. Dennoch soll Ihnen die Aufzählung helfen, den passenden Hersteller zu finden.
Was sagt die Ökobilanz?
Bei der Ökobilanz handelt es sich um ein Verfahren, bei dem umweltrelevante Vorgänge erfasst und bewertet werden. Ausgehend von diesen Daten wird versucht, eine nachhaltige Produktion zu fördern und Verbesserungen in bestehende Prozesse einfließen zu lassen. Hierbei werden insbesondere alle Schadeinwirkungen auf Boden, Luft und Wasser erfasst. Auch die Rohstoffeinsätze spielen hierbei eine wichtige Rolle. Die Grundsätze der Ökobilanz richten sind nach den ISO-Standards 14040:2006 und 14044:2006. Hierbei werden vier wichtige Elemente untersucht:
- Definition von Ziel und Untersuchungsrahmen,
- Wirkungsabschätzung,
- Sachbilanz und
- Auswertung.
Das Umweltbundesamt ist aktiv an der Entwicklung und Weiterführung der Ökobilanz beteiligt. Zu den wichtigsten Themen gehören beispielsweise der CO2-Ausstoß. Hier liegt auch der Zusammenhang mit der Förderung und Weiterentwicklung moderner Heiztechniken. Um den möglichen Treibhauseffekt auf der Erde zu verringern, werden energieeffiziente Heizungen mit keinem oder nur sehr geringen CO2-Ausstoß benötigt. Aus diesem Grund sollten auch Sie an die Erneuerung Ihrer alten Ölheizungsanlage denken.
Haben Ölheizungen Zukunft?
Durchaus lohnt sich auch in heutiger Zeit für einen Neubau eine Ölheizung nach dem neuesten Stand. Wie bereits erwähnt, lässt sich diese ideal mit erneuerbaren Energieträgern kombinieren. Die moderne Brennwerttechnik und insbesondere die Niedertemperaturheizungen sorgen für ein behagliches Wärmegefühl und sorgen zudem für niedrige Verbrauchskosten. Unabhängig davon sollten Sie nachfolgende Tipps berücksichtigen, um auch wirklich mit einer Ölheizung günstig heizen zu können:
- Verwenden Sie große Öltanks um sich gegen Preisfluktuationen zu schützen.
- Kaufen Sie das Heizöl, wenn es günstig angeboten wird.
- Denken Sie über Sammelbestellungen mit Ihren Nachbarn nach.
- Senken Sie die Heizkosten durch eine Solarthermie-Anlage.
- Sichern Sie sich die BAFA- und KfW-Förderungen.
- Lassen Sie die Heizungsregelung genau auf Ihre Bedürfnisse anpassen.