Gastherme kaufen: Hersteller, Preise und Testsieger im Check
Wer eine Gastherme kaufen möchte, der stößt auf ein breites Angebot an Modellen und Herstellern. Was es bei der Auswahl zu beachten gilt, mit welchen Kosten Eigentümer rechnen müssen und eine Übersicht über Testergebnisse der Stiftung Warentest.
Sind Gasthermen noch erlaubt?
Gleich vorweg: Durch die politischen Neuerungen des Heizungsgesetzes kursiert oft das Gerücht eines Verbots von Gasheizungen. Tatsächlich ist es nach wie vor erlaubt, Gasthermen einbauen zu lassen. Voraussetzung ist jedoch, das Einhalten der Biotreppe, auf die wir im folgenden Abschnitt näher eingehen.
Auch Gasheizungen im Bestand dürfen Eigentümer weiterhin nutzen. Eine Pflicht zum Austausch besteht nicht.
Biotreppe statt 65-Prozent-Regel
Wer eine neue Gasheizung kaufen möchte, sollte die sogenannte Biotreppe einplanen. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz, das am 29. Juli 2026 in Kraft getreten ist, ersetzt sie die frühere 65-Prozent-Regel. Neu eingebaute Öl-, Gas- und Flüssiggasheizungen müssen ab 2029 einen schrittweise steigenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe wie Biomethan, Bioöl oder Wasserstoff nutzen:
| Ab dem | Mindestanteil klimafreundlicher Brennstoffe |
|---|---|
| 1. Januar 2029 | 10 % |
| 1. Januar 2030 | 15 % |
| 1. Januar 2035 | 30 % |
| 1. Januar 2040 | 60 % |
| 1. Januar 2045 | 100 % |
Wichtig: Die Quote gilt ausschließlich für Heizungen, die nach Inkrafttreten des GModG neu eingebaut wurden. Für ältere Anlagen gilt Bestandsschutz. Wer eine Wärmepumpe, Fernwärme oder eine Biomasseheizung nutzt, ist von der Biotreppe vollständig ausgenommen. Bei einer Wärmepumpen-Hybridheizung entfällt der Nachweis, sofern die Wärmepumpe mindestens 30 Prozent der Heizleistung stellt.
Den Nachweis erbringen Eigentümer über die Rechnung ihres Gastarifs oder Heizöllieferanten, in der der beigemischte Bio-Anteil ausgewiesen ist. Geprüft wird er vom Schornsteinfeger. Angerechnet wird dabei die ab 2028 geplante Grüngas- beziehungsweise Grünheizölquote, die bei den Lieferanten ansetzt: Liegt sie 2029 beispielsweise bei 1 Prozent, muss der Eigentümer nur noch einen Tarif mit 9 Prozent Beimischung organisieren. Die Details dieser Quote sollen bis Ende 2026 in einem gesonderten Gesetz geregelt werden.
Bio-Brennstoffe wie Biomethan sind heute allerdings nur begrenzt verfügbar und teurer als herkömmliches Erdgas. Zusammen mit dem steigenden CO₂-Preis kann das die laufenden Heizkosten spürbar erhöhen. Bei Mietwohnungen tragen Vermieter die Hälfte dieser Mehrkosten, allerdings gedeckelt: Ab der dritten Stufe der Biotreppe, also oberhalb von 30 Prozent Bio-Anteil, bleibt ihr Beitrag betragsmäßig eingefroren.
Wichtige Fragen vor dem Kauf
Bevor Sie sich über in Frage kommende Hersteller und deren Gasthermen-Modelle genauer informieren, gilt es einige grundlegende Fragen zu klären.
Etagenheizung oder Zentralheizung?
Eine Etagenheizung eignet sich insbesondere für Gebäude, in denen keine zentrale Heizungsinfrastruktur vorhanden ist. Das ist häufig in Altbauten und Mehrfamilienhäusern der Fall. Jede Wohneinheit verfügt hier über eine eigene Heizung, die sie unabhängig von anderen Parteien bedient.
Eine Gaszentralheizung hingegen lohnt sich eher in größeren Gebäuden oder Wohnanlagen. Die Anschaffung ebenso wie laufende Kosten für die Wartung lassen sich durch mehrere Nutzer teilen, was wirtschaftliche Vorteile bringen kann.
Mit oder ohne Warmwasserspeicher?
Auch diese Frage gilt es vor dem Kauf einer Gastherme zu klären. Ein Warmwasserspeicher bringt den Vorteil, dass jederzeit warmes Brauchwasser zur Verfügung steht. Im laufenden Betrieb ist er in der Regel günstiger als die Warmwasserbereitung über einen elektrischen Durchlauferhitzer. Allerdings benötigt der Speicher auch deutlich mehr Platz.
Bodenstehend oder wandhängend?
Wandhängende Gasthermen sind platzsparender, dafür jedoch begrenzt in ihrer Heizleistung. Für Gebäude mit einem hohen Heizwärmebedarf kommen deshalb meist nur bodenstehende Modelle in Frage.
Wer eine Gastherme kaufen möchte, sollte zunächst die Rahmenbedingungen mit einem Fachmann klären. Durch den Wärmebedarf und die Infrastruktur des Gebäudes grenzt sich die Auswahl zumeist schon auf eine Auswahl an bestimmten Modellen ein.
Erhalten Gasthermen in 2026 eine Förderung?
Nein. Zwar hat das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) die frühere 65-Prozent-Regel abgeschafft, sodass eine neue Gastherme wieder ohne Vorgaben zum Anteil erneuerbarer Energien eingebaut werden darf. Für die Förderung gilt das aber nicht: Gesetzlich zulässig bedeutet nicht automatisch förderfähig. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt weiterhin gezielt klimafreundliche Heizsysteme, eine reine Gastherme erhält daher keine staatlichen Zuschüsse.
Förderfähig sind hingegen Hybridheizungen, die das Heizen mit Gas mit einer regenerativen Wärmequelle wie einer Wärmepumpenheizung oder Solarthermie kombinieren. Bezuschusst wird dabei ausschließlich der erneuerbare Anteil der Anlage, nicht der Gaskessel. Bei einer wasserstofffähigen Gastherme sind zudem die Investitionsmehrausgaben förderfähig, die gegenüber einem nicht wasserstofftauglichen Gerät entstehen, also der Aufpreis für die Wasserstofffähigkeit.
Zuständig für die Heizungsförderung in bestehenden Wohngebäuden ist seit 2024 die KfW. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent; für selbstnutzende Eigentümer können ein Klimageschwindigkeitsbonus von aktuell 16 Prozent und ein einkommensabhängiger Bonus von 10 bis 40 Prozent hinzukommen. Eine Übersicht aller Förderungen und deren Voraussetzungen erhalten Interessierte in unserem Beitrag zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
Preise
Wer eine Gastherme kaufen möchte, muss je nach Leistungsklasse und Ausstattung mit rund 3.000 bis 6.000 Euro rechnen. Inklusive hydraulischem Abgleich und fachgerechter Montage liegen die Kosten für eine Gasheizung bei etwa 9.000 bis 14.000 Euro.
Im reinen Anschaffungspreis sind Gasheizungen damit zwar günstiger als Wärmepumpen. Das gilt allerdings ohne Förderung und bei perspektivisch steigenden Betriebskosten (siehe unten).
Laufende Kosten und CO2-Preis
Niedrige Anschaffungskosten sind nur die halbe Rechnung. Auf fossiles Erdgas wird ein CO2-Preis erhoben, der in den kommenden Jahren weiter steigt und ab 2027 in den europäischen Emissionshandel (ETS 2) überführt wird. Dadurch dürften die Heizkosten einer reinen Gasheizung mittel- bis langfristig spürbar zunehmen. Wer den Einbau eines Gaskessels erwägt, sollte diese absehbare Kostenentwicklung in die Wirtschaftlichkeitsrechnung einbeziehen.
Hersteller
Es gibt mehrere deutsche Firmen, die hochwertige Gasthermen entwickeln und herstellen. Viele von ihnen können auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurückblicken.
Wolf ist ein vergleichsweise junges Unternehmen, das 1963 in Mainburg gegründet wurde. Doch auch in diesem Wirtschaftssektor gibt es Veränderungen. Zum Beispiel wurden Buderus und Junkers von der Robert Bosch GmbH übernommen. 2023 wurde bekannt, dass große Geschäftsteile Viessmanns an einen US-amerikanischen Konzern übertragen wurden.
Gasthermen im Test
Bei fachgerechter Wartung kommt eine moderne Gasheizung auf eine durchschnittliche Lebensdauer von mindestens 20 Jahren.
Beim Kauf lohnt es sich deshalb, ganz genau hinzuschauen. Stiftung Warentest hat verschiedene Gasthermen auf Herz und Nieren geprüft. Vorab sei allerdings erwähnt, dass der Test schon mehrere Jahre alt ist und Hersteller viele der geprüften Modelle bereits durch Nachfolger ersetzt haben.
Stiftung Warentest prüfte Gasthermen renommierter Hersteller anhand folgender Kriterien:
- Energieeffizienz (55 Prozent)
- Umwelteigenschaften ( 10 Prozent)
- Handhabung / Bedienkomfort (25 Prozent)
- Elektrische Sicherheit (5 Prozent)
- Verarbeitung (5 Prozent)
Die Prozentangaben in der Klammer geben an, mit welcher Gewichtung die einzelnen Kriterien in die Berechnung der Gesamtnote einflossen.
Testsieger der Stiftung Warentest
| Modell | Testnote |
|---|---|
| Viessmann Vitodens 300-W | 1,7 |
| Remeha Calenta 15DS | 1,8 |
| Brötje Ecotherm Plus WGB-S 17/20E | 1,8 |
| Junkers Cerapur-Eco ZSB 14-3 E23 | 2,0 |
| Weishaupt Thermo Condens WTC-15 AW-PEA | 2,0 |
Im Folgenden erhalten Interessierte einen Überblick über die Modelle, die im Test am besten abschnitten und deren Modellreihen heute noch erhältlich sind.
Viessmann Vitodens 300-W
Die Gastherme Vitodens 300-W von Viessmann ist ein Gas-Brennwert-Wandgerät mit einer Nennleistung von 1,9 – 25 kW. Dieses bewährte Modell bekam die Bestnote 1,7 (gut) und wurde zum Testsieger gekürt. Die Tester bewerteten die Energieeffizienz dieser Therme mit der Note 1,8 und die weiteren Umwelteigenschaften mit der Note 1,5.
Besonders angetan waren die Tester von der einfachen Handhabung dieser Gastherme, die mit dem Prädikat ’sehr gut‘ eingestuft wurde. Punktabzug gab es bei der Verarbeitung, da ein Befestigungsteil aus Kunststoff beim Test zerbrach. Trotzdem lautet das Fazit der Warentester: Viessmann Vitodens 300-W war die beste, aber auch die teuerste Gastherme im Test. Aktuell liegt der Preis je nach Anbieter in der Spanne zwischen rund 3.700 und 5.300 Euro.
Remeha Calenta 15DS
Mit der Gesamtnote 1,8 landete die Heiztherme Calenta 15DS von Remeha dicht hinter dem Testsieger. Remeha ist Teil eines international aufgestellten Unternehmens, das diese hochwertige Therme in den Niederlanden produzieren lässt. Hohe Energieeffizienz und wartungsfreundliche Handhabung überzeugten die Tester. Entscheiden Sie sich für den Einbau dieses Modells, bekommen Sie Top-Leistung zu einem vergleichsweise günstigen Preis, der ohne Einbau etwa bei 3.000 Euro liegt.
Bosch Junkers Cerapur
Das Junkers Modell Cerapur-Eco ZSB, das Stiftung Warentest mit der Note 2,0 bewertete, überzeugte mit guter Energieeffizienz (1,9), guten Umwelteigenschaften (1,6) und guter Handhabung. Heute bietet Bosch das bewährte Modell unter der Bezeichnung Cerapur 5 an. Die Preise liegen zwischen 2.300 – 4.000 Euro.
Wolf Comfortline CGB 20
Diese Gastherme konnte bei den Testern mit ihrer sehr guten Verarbeitung punkten. Aber auch hinsichtlich Energieeffizienz und Handhabung ist diese Gasheizung solide aufgestellt, sodass das Modell insgesamt die Note 2,0 erringt. Einige Installateure bieten die Heizung der Firma Wolf zum Festpreis an, in dem der Einbau bereits enthalten ist.
Vaillant ecotec exklusiv VC 146/4-7
Dieses Modell erhielt die Note 2,1. In der Reihe der Testkandidaten fiel die Vaillant-Gastherme negativ auf, weil sie sehr viel Strom für Pumpe, Regelung und Ventilator verbraucht. Die Energieeffizienz bei der Bereitstellung der Heizwärme ist jedoch gut. Die Therme wird im Internet zu Preisen zwischen 2.350 und 3.100 Euro angeboten
Erdgas, Flüssiggas oder Wasserstoff?
Ob Sie zukünftig mit Erd- oder Flüssiggas heizen werden, spielt beim Kauf Ihrer neuen Gastherme eine untergeordnete Rolle.
Im Aufbau unterscheiden sich Erdgas- und Flüssiggas-Thermen kaum, sodass die Heizgeräte mit minimalem Aufwand auf die andere Gasart umgestellt werden können. Meist ist lediglich ein Austausch der Düsen erforderlich.
Heizen mit Gas und Klimaschutz müssen heute kein Widerspruch mehr sein. Wer einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und in zukunftsfähige Anlagen investieren will, sollte eine Gastherme mit dem Label H2-ready kaufen. Diese Gasheizungen können mit Erdgas betrieben werden, das bis zu 30 Prozent Wasserstoff enthält. Das hilft, den CO2-Ausstoß beim Heizen zu reduzieren. Es ist davon auszugehen, dass dieser Aspekt auch bei der künftigen Vergabe von Förderungen eine Rolle spielen wird.