Gasheizkessel: Kosten, Hersteller und Zukunftsfähigkeit
In Deutschland sind derzeit noch rund 6,5 Mio. Gasheizungen in Betrieb – Tendenz sinkend. Denn in Zukunft soll die Wärmeerzeugung laut Politik nur noch mit erneuerbaren Energien erfolgen. Dies hat bei Heizungsbetreibern und solchen, die es werden wollen, zu starker Verunsicherung geführt.
Sollte ich jetzt noch einen Gasheizkessel kaufen? Macht eine Gasheizung überhaupt Sinn? Welche Kosten kommen in diesem Zusammenhang auf mich zu und ist eine Förderung möglich? Die Antwort auf diese und weitere Fragen liefert der folgende Beitrag.
Wie funktioniert ein Gaskessel?
Gasheizkessel sind zentraler Bestandteil einer Gasheizungen. Der Gasheizkessel erzeugt durch Verbrennung von Gas die für den Heizungsbetrieb nötige Wärme. Diese erhitzt das Heizungswasser, das eine Heizungspumpe in die Heizkörper pumpt. Dort kühlt es ab und fließt zum Gasheizkessel zurück, wo dieser es erneut erwärmt. So entsteht der Heizungskreislauf.
Neben dem Begriff „Gasheizkessel“ findet man häufig auch den Begriff „Gastherme“. Wo liegt der Unterschied? Die Antwort: in der Warmwasserbereitung. Gasheizkessel verfügen über einen Warmwasserspeicher – der Heizkessel hält das Wasser im Speicher über längere Zeit konstant warm. Bei Gasthermen funktioniert die Warmwasserbereitung dagegen über einen Durchlauferhitzer. Einen Speicher gibt es nicht. Die Warmwasserbereitung erfolgt hier nur bei Bedarf.
Welcher Arten gibt es?
Man unterscheidet grundsätzlich verschiedene Arten von Gasheizkesseln:
- Konstanttemperaturkessel: Diese Heizkessel sind vor allem bei älteren Gasheizungen noch weit verbreitet. Sie arbeiten mit einer konstant hohen Heiztemperatur, in der Regel über 70 Grad Celsius. Eine solche Temperatur ist aus technischen Gründen nötig. Die Technik gilt inzwischen als veraltet. Die permanente „Hochtemperatur“ geht zu Lasten der Energieeffizienz und macht sich bei den Heizkosten negativ bemerkbar.
- Niedertemperaturkessel: Sie sind eine Weiterentwicklung der Konstanttemperaturkessel. Diese Heizkessel kommen mit einer Eintrittstemperatur von 35 bis 40 Grad Celsius aus. Erst bei Bedarf wird die „Hochtemperatur“ von über 70 Grad Celsius erzeugt. Solche Heizkessel sind schon deutlich energieeffizienter.
- Kessel mit Brennwerttechnik: Bei diesem Heizkessel werden zusätzlich die bei der Gasverbrennung entstehenden Abgase für Heizung und Warmwasserbereitung genutzt. Bei Konstant- und Niedertemperaturkesseln werden Abgase einfach an die Außenluft abgegeben und „verpuffen“ wirkungslos. Beim Neueinbau von Gasheizkesseln wird heute meist Brennwerttechnik eingesetzt.
Wie lange ist der Einbau eines Gaskessels noch möglich?
Auch 2026 dürfen weiterhin neue Gasheizungen eingebaut werden. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Die frühere Vorgabe, nach der eine neu eingebaute Heizung grundsätzlich mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen musste, ist damit entfallen.
Eigentümer können sich deshalb weiterhin für einen Gaskessel entscheiden. Für Gasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 neu in ein bestehendes Gebäude eingebaut werden, gelten allerdings zunehmend strengere Anforderungen an den verwendeten Brennstoff:
- Ab 2029: Mindestens 10 Prozent klimafreundliche Brennstoffe
- Ab 2030: Mindestens 15 Prozent
- Ab 2035: Mindestens 30 Prozent
- Ab 2040: Mindestens 60 Prozent
Zu den anrechenbaren Energieträgern gehören unter anderem Biomethan sowie bestimmte Formen von Wasserstoff. Die gesetzlichen Vorgaben können unter bestimmten Voraussetzungen auch durch Solarthermie oder eine Wärmepumpen-Hybridheizung erfüllt werden.
Ab 2045 sollen die zur Wärmeversorgung von Gebäuden in Verkehr gebrachten Brennstoffe vollständig klimaneutral sein. Für neue Gasheizungen gibt es derzeit jedoch kein gesetzlich festgelegtes Jahr, ab dem ihr Einbau grundsätzlich verboten ist.
Auch bestehende Gasheizungen dürfen grundsätzlich weiter betrieben und repariert werden. Die frühere altersabhängige Austauschpflicht für bestimmte mehr als 30 Jahre alte Ölheizungen und Gaskessel wurde mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz gestrichen.
Ob sich der Einbau einer neuen Gasheizung wirtschaftlich noch lohnt, ist eine andere Frage. Neben den steigenden Anforderungen an klimafreundliche Brennstoffe sollten Eigentümer langfristig auch CO2-Kosten, Gaspreise sowie die kommunale Wärmeplanung berücksichtigen.
Werden Gasheizungen noch gefördert?
Eine klassische Gasheizung wird 2026 nicht über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bezuschusst. Auch moderne Gas-Brennwertheizungen erhalten keine reguläre Heizungsförderung.
Förderfähig sind dagegen bestimmte klimafreundliche Heizsysteme wie Wärmepumpen, Solarthermie- und Biomasseheizungen. Wird eine bestehende Gasheizung beispielsweise um eine förderfähige Wärmepumpe oder Solarthermieanlage ergänzt, kann grundsätzlich die regenerative Komponente gefördert werden. Der Gaskessel selbst bleibt von der Förderung ausgeschlossen.
Für förderfähige Heizsysteme beträgt die Grundförderung aktuell 30 Prozent. Selbstnutzende Eigentümer können abhängig von ihrem Einkommen und der auszutauschenden Heizung weitere Boni erhalten. Insgesamt sind Zuschüsse von bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten möglich.
Beim vollständigen Austausch einer alten Gasheizung gegen eine klimafreundliche Heizung kann zusätzlich der Klimageschwindigkeitsbonus von aktuell 16 Prozent infrage kommen. Bei einer gewöhnlichen Gasheizung muss deren Inbetriebnahme dafür mindestens 20 Jahre zurückliegen. Gasetagenheizungen werden unabhängig von ihrem Alter berücksichtigt.
Zuständig für die Heizungsförderung privater Eigentümer in bestehenden Wohngebäuden ist die KfW. Weitere Informationen finden Interessierte in unserer Übersicht zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
Welche Hersteller bieten Gasheizkessel an?
Es gibt zahlreiche Hersteller von Gasheizungstechnik. Bekannte Markennamen sind
- Brötje Heizung (August Brötje GmbH)
- Buderus (Bosch Thermotechnik GmbH Buderus Deutschland)
- Bosch (Bosch Thermotechnik GmbH)
- Elco (elco GmbH)
- MHG (MHG Heiztechnik GmbH)
- Remeha (Remeha GmbH)
- SenerTec (SenerTec Kraft-Wärme-Energiesysteme GmbH)
- SolydEra (Solydera GmbH)
- Vaillant (Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG)
- Viessmann (Viessmann Climate Solution SE)
- Weishaupt (Max Weishaupt GmbH)
- Wolf (Wolf GmbH)
Welcher Gaskessel ist der beste?
Die Frage nach dem besten Gasheizkessel lässt sich nur individuell und bezogen auf die jeweilige Ausgangssituation beantworten. Grundsätzlich macht es Sinn, nur solche Gasheizkessel zu kaufen und einzubauen, die auch den künftig zu erwartenden Anforderungen an den Heizungsbetrieb genügen. Neuere unabhängige und neutrale Test-Urteile zu Gasheizkesseln gibt es leider nicht. Die Stiftung Warentest hat zuletzt im Jahre 2010 Gasheizkessel untersucht. Im Test wurden damals neun Gasbrennwertkessel von unterschiedlichen Herstellern geprüft. Alle getesteten Gasheizkessel erhielten das Gesamturteil „Gut“. Die besten Bewertungen gab es in den Bereichen Energieeffizienz, weitere Umwelteigenschaften und Handling. Die größten Bewertungsunterschiede wiesen die Bereiche elektrische Sicherheit und Verarbeitung auf.
Mit welchen Kosten ist beim Einbau zu rechnen?
Die Preise für einen neuen Gasheizkessel bewegen sich in Größenordnungen von 5.000 Euro bis 8.000 Euro. Im Vergleich zu anderen Heizungslösungen – zum Beispiel Wärmepumpen – ist das nach wie vor günstig. Bei Gas-Hybrid-Heizungen – Gasheizungen in Verbindung mit Solarthermie und Wärmepumpe – muss mit deutlich höheren Kosten wegen der nötigen Zusatzanlagen/-geräte gerechnet werden. Bei Solarthermie bewegen sich die Zusatzkosten in einer Größenordnung von 10.000 Euro, bei Wärmepumpen bei 10.000 Euro bis 18.000 Euro. Hinzu kommen Kosten für Anschluss und Installation.
Deutlich günstiger ist es, Gasheizkessel gebraucht zu kaufen. Da derzeit viele Gasheizungen ausgetauscht werden, ist das Angebot entsprechend groß. Je nach Alter und Zustand des Heizkessels findet man hier Preise von wenigen hundert Euro bis zu etwa fünfzehnhundert Euro. Die niedrigen Preise bei den Gebraucht-Kesseln muss man allerdings mit einer kürzeren Nutzungsdauer bezahlen.
Lohnt sich der Einbau einer Gastherme noch?
Die Entscheidung für oder gegen einen neuen Gasheizkessel ist eine Abwägungsfrage. Auf der einen Seite stehen die vergleichsweise niedrigen Preise in der Anschaffung und die Chance, noch lange mit Gas heizen zu können, auf der anderen Seite die zukünftigen Rahmenbedingungen für den Gasheizungsbetrieb. Dabei sind auch die laufenden Energiekosten zu berücksichtigen. Heizen mit Erdgas wird aufgrund der CO2-Bepreisung in Zukunft (noch) teurer werden. Wir beraten Sie gerne, um die beste Entscheidung zu treffen.