Gasbrennwertheizung: Test der Stiftung Warentest, Kosten und GModG 2026
Lange Zeit gehörte die Gasbrennwertheizung zu den beliebtesten Heizsystemen in Deutschland. Auch 2026 dürfen bestehende Anlagen weiter betrieben und neue Gasheizungen eingebaut werden. Mit dem seit Juli 2026 geltenden Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) haben sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen allerdings verändert. Was Eigentümer beim Kauf einer neuen Gasbrennwerttherme beachten sollten, wann sich die Technik noch lohnen kann und welche Modelle infrage kommen.
Gasbrennwertheizungen 2026: Das ist erlaubt
Bestehende Gasbrennwertheizungen dürfen grundsätzlich weiter betrieben und bei einem Defekt repariert werden. Eine pauschale Austauschpflicht besteht nicht.
Auch der Einbau einer neuen Gasbrennwertheizung ist 2026 weiterhin möglich. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das neue Gebäudemodernisierungsgesetz. Die frühere Vorgabe, nach der neu eingebaute Heizungen grundsätzlich mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen mussten, ist damit entfallen.
Wer eine neue Gasheizung in ein bestehendes Gebäude einbaut, sollte allerdings die langfristigen Anforderungen an den Brennstoff berücksichtigen.
Biotreppe für neue Gasheizungen
Für Gasheizungen, die nach Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsgesetzes neu in bestehende Gebäude eingebaut werden, gelten zukünftig steigende Mindestanteile klimafreundlicher Brennstoffe:
| Jahr | Mindestanteil klimafreundlicher Brennstoffe |
|---|---|
| ab 2029 | 10 % |
| ab 2030 | 15 % |
| ab 2035 | 30 % |
| ab 2040 | 60 % |
Die Anforderungen können beispielsweise durch Biomethan oder bestimmte Formen von Wasserstoff erfüllt werden. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen können auch Solarthermie oder Wärmepumpen-Hybridlösungen berücksichtigt werden.
Wer heute eine Gasbrennwertheizung kauft, sollte deshalb nicht nur die Anschaffungskosten betrachten. Auch die zukünftige Verfügbarkeit und Preisentwicklung klimafreundlicher Gase sowie die CO2-Kosten können die Wirtschaftlichkeit langfristig beeinflussen.
Zukunft und Förderung 2026
Ein generelles Verbot der Gasheizung gibt es auch 2026 nicht. Dennoch wird eine klassische Gasbrennwertheizung nicht über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bezuschusst.
Fördermittel können dagegen für bestimmte wasserstofffähige Heizungen sowie für regenerative Komponenten einer Gas-Hybridheizung zur Verfügung stehen.
Folgende Möglichkeiten gibt es:
- Wasserstofffähige Gasbrennwertheizung: Bei Gasheizungen, die bauartbedingt zu 100 Prozent mit Wasserstoff betrieben werden können und die weiteren Förderbedingungen erfüllen, können die Investitionsmehrkosten gegenüber einer konventionellen Gasbrennwertheizung gefördert werden. Pauschal werden dafür 5 Prozent der Gesamtkosten als förderfähige Kosten angesetzt. Ein übliches H2-Ready-Label für eine begrenzte Wasserstoffbeimischung reicht dafür nicht aus.
- Gas-Hybridheizung: Wird eine Gasheizung mit einer förderfähigen Wärmepumpe oder Solarthermieanlage kombiniert, kann grundsätzlich die regenerative Komponente bezuschusst werden. Der fossile Gaswärmeerzeuger selbst bleibt von der Förderung ausgeschlossen.
Nachrüsten einer bestehenden Gasheizung
Eigentümer können eine bestehende Gasheizung beispielsweise durch eine Wärmepumpe oder Solarthermieanlage ergänzen. Für die förderfähige regenerative Komponente beträgt die Grundförderung aktuell 30 Prozent.
Selbstnutzende Eigentümer können abhängig vom zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen zusätzlich einen Einkommensbonus von 10, 30 oder 40 Prozent erhalten. Bleibt die vorhandene Gasheizung weiter in Betrieb, kommt für deren bloße Ergänzung allerdings kein Klimageschwindigkeitsbonus aufgrund eines Heizungsaustauschs infrage.
Gasbrennwertheizungen im Test: Gewinner der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest hat die Gasbrennwertthermen verschiedener Hersteller einmal genauer unter die Lupe genommen. Die gute Nachricht: Insgesamt hat keines der getesteten Modelle enttäuscht. Als Testsieger konnte sich die Vitodens 300-W aus dem Hause Viessmann behaupten:
| Hersteller | Modell | Testnote der Stiftung Warentest |
| Viessmann | Vitodens 300-W | 1,7 |
| Remeha | Calenta 15DS | 1,8 |
| Brötje | Ecotherm Plus WGB-S 17/20E | 1,8 |
| Junkers | Cerapur-Eco ZSB 14-3 E23 | 2,0 |
| Weishaupt | Thermo Condens WTC-15 AW-PEA | 2,0 |
Abschließend sei erwähnt, dass die Testergebnisse schon einige Jahre zurückliegen. Hinzu kommt, dass die Modelle einiger namhafter Hersteller wie Wolf oder Bosch keine Berücksichtigung gefunden haben.
Kosten für die Anschaffung
Ein Grund für die Beliebtheit der Gasheizung sind die vergleichsweise geringen Kosten für den Einbau und die Anschaffung. So sind diese im Durchschnitt gerade einmal halb so hoch wie die Kosten für eine Wärmepumpe.
Die folgende Übersicht gilt für die Anschaffungskosten in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 120 qm:
| Komponente | Kostenbereich |
| Gastherme (Gerät) | 2.500 – 5.000 Euro |
| Warmwasserspeicher | 500 – 1.500 Euro |
| Installation / Einbau | 2.000 – 3.500 Euro |
| Gesamtkosten | 5.000 – 10.000 Euro |
Betriebskosten
Der Ukraine-Krieg hat zuletzt gezeigt, wie abhängig die Gaspreise von geopolitischen Ereignissen sind. Hinzu kommt, dass die Bundesregierung mit der CO2-Abgabe dafür sorgt, dass die Gaspreise kontinuierlich steigen.
Die folgende Übersicht zeigt, mit welchen Heizkosten Eigentümer für ein durchschnittliches Einfamilienhaus derzeit rechnen können:
| Verbrauchskategorie | Jahresverbrauch in kWh | Geschätzte Kosten (Euro) |
| Geringer Verbrauch | 10,000 kWh | 620 Euro |
| Mittlerer Verbrauch | 20,000 kWh | 1,240 Euro |
| Hoher Verbrauch | 30,000 kWh | 1,860 Euro |
Weitere laufende Kosten bestehen in der Wartung der Gasbrennwertheizung. Diese sollte jährlich erfolgen und kostet zwischen 200 und 300 Euro.
Ohne oder mit Warmwasserspeicher?
Ob eine Gasbrennwertheizung mit oder ohne Warmwasserspeicher Sinn macht, hängt von den Bedürfnissen und Wohnverhältnissen ab. Eine Gastherme mit Warmwasserspeicher bietet den Vorteil, dass heißes Wasser sofort verfügbar ist und bei hoher Nachfrage stabil geliefert werden kann. Dies ist besonders vorteilhaft für größere Haushalte mit hohem Warmwasserbedarf. Allerdings benötigt der Speicher mehr Platz und die Energieeffizienz kann geringer sein, da gespeicherte Wärme über die Zeit verloren geht.
Eine Therme ohne Warmwasserspeicher, oft als Durchlauferhitzer bezeichnet, ist kompakter und kann energieeffizienter sein, da Wasser nur bei Bedarf erhitzt wird. Dies reduziert Wärmeverluste, kann aber bei simultaner Nutzung mehrerer Wasserquellen zu Leistungseinbußen führen.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Geringe Anschaffungskosten: Mit rund 10.000 Euro mit Warmwasserspeicher sind Gasbrennwertheizungen deutlich günstiger als Pelletkessel oder Wärmepumpen.
- Einfache Integration: Gasbrennwertgeräte lassen sich oft leicht in bestehende Heizungssysteme integrieren.
Nachteile
- Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen: Gasheizungen sind von der Verfügbarkeit und den Preisschwankungen des Gases abhängig, was langfristig zu Unsicherheiten führen kann, insbesondere angesichts der politischen und ökologischen Druck zur Reduzierung von fossilen Brennstoffen.
- Emissionsprobleme: Trotz geringerer CO2-Emissionen von Gasthermen mit Brennwerttechnik im Vergleich zu älteren Gasheizungen, bleibt der Ausstoß von Stickoxiden (NOx) und anderen Schadstoffen eine Umweltbelastung.
Höherer Wirkungsgrad durch Brennwerttechnik
Die Brennwerttechnik erhöht den Wirkungsgrad einer Gasheizung, indem sie die Energie der Abgase nutzt. Bei Niedertemperaturheizungen entweichen diese ungenutzt. In einem herkömmlichen Heizsystem geht die Wärme der Abgase durch den Schornstein verloren.
Eine Brennwertheizung jedoch gewinnt diese Wärme zurück, indem sie die Abgase abgekühlt und der enthaltene Wasserdampf kondensiert. Diese Kondensationswärme wird dem Heizsystem zugeführt, wodurch es weniger Brennstoff benötigt. Dies steigert die Effizienz der Heizung signifikant – moderne Brennwertheizungen erreichen Wirkungsgrade von über 90%.