Wärmepumpen im Test: Testsieger der Stiftung Warentest
Mehr als die Hälfte aller Neubauten setzt mittlerweile auf eine Wärmepumpe. Grund genug für die Stiftung Warentest, Modelle verschiedener Hersteller einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Mit im Test waren deutsche Hersteller wie Viessmann, Wolf, Stiebel Eltron und Vaillant ebenso wie internationale Anbieter wie Daikin und Mitsubishi.
Die Testergebnisse im Überblick
Über die letzten Jahre hat die Stiftung Warentest verschiedene Tests von Wärmepumpen durchgeführt. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die Ergebnisse.
Aktueller Test (Ausgabe 10/2025)
Im jüngsten Test prüfte das Verbraucherinstitut fünf Luft-Wasser-Wärmepumpen, die alle mit dem natürlichen Kältemittel Propan (R290) arbeiten. Grundlage war eine simulierte Heizkurve mit 55 °C Vorlauftemperatur für Heizkörper bzw. 35 °C für die Fußbodenheizung. Testsieger ist erneut die Viessmann Vitocal 250-A – mit der Note „Gut (2,0)“ und der Bestnote 1,0 für die Handhabung.
| Modell | Hersteller | Testnote |
| Vitocal 250-A AWO-E-AC 251.A10 | Viessmann | 2,0 (Gut) |
| Hybrox 11 | Alpha Innotec | 2,2 (Gut) |
| WPL-A 10.2 Plus HK 400 | Stiebel Eltron | 2,2 (Gut) |
| aroTHERM plus VWL 105/8.1 A 400V | Vaillant | 2,3 (Gut) |
| Wärmepumpen-Set 13.10 (PUZ-WZ100YAA ERPX-YM9E) | Mitsubishi Electric | 2,8 (Befriedigend) |
Alle fünf Geräte arbeiten mit dem natürlichen Kältemittel Propan (R290). Vier erreichten ein „Gut“, nur Mitsubishi fiel mit 2,8 auf „Befriedigend“ zurück.
Eine vollständige Übersicht können Interessierte auf der Website der Stiftung Warentest erwerben.
Vorheriger Test (Ausgabe 10/2023)
Im vorherigen Test umfasste das Feld sechs Modelle, von denen vier ein „Gut“ und zwei ein „Befriedigend“ erhielten. Auch hier lag die Viessmann Vitocal 250-A mit der Note 2,1 vorn.
| Modell | Hersteller | Testnote | Preis (ca.) ohne Installation |
| Vitocal 250-A AWO-E-AC 251.A10 | Viessmann | 2,1 (Gut) | 18.700 € |
| CHA-10/400V | Wolf | 2,3 (Gut) | 19.400 € |
| WPL-A 07 HK 230 Premium | Stiebel Eltron | 2,4 (Gut) | 19.700 € |
| Arotherm plus VWL 105/6 A S2 | Vaillant | 2,5 (Gut) | 16.900 € |
| Altherma 3 H MT + Innengerät | Daikin | 2,6 (Befriedigend) | 14.900 € |
| PUZ-WM85YAA & ERPX-YM9D | Mitsubishi Electric | 2,9 (Befriedigend) | 9.050 € |
Als Testvoraussetzung ist das unabhängige Verbraucherinstitut von einem durchschnittlich gedämmten Haus in einer mitteleuropäischen Klimazone mit 140 Quadratmetern Wohnfläche und Heizkörpern ausgegangen.
Den vollständigen Test erhalten Interessierte gegen eine einmalige Gebühr von 4,90 Euro auf der Website der Stiftung Warentest.
Qualität hat ihren Preis
Was direkt ins Auge springt ist der Preisunterschied zwischen den getesteten Modellen. So kostet das Siegermodell aus dem Hause Viessmann (2,1) doppelt so viel wie das Schlusslicht von Mitsubishi Electric (2,9).
Im Fall der getesteten Luft-Wasser-Wärmepumpen hat Qualität ihren Preis. Dabei kosten die beiden letzten Modelle mit der Testnote „Befriedigend“ zwar deutlich weniger als die Modelle mit dem Etikett „Gut“, schneiden damit jedoch auch schlechter im Urteil der Stiftung Warentest ab. Grund dafür ist vor allem die höhere Geräuschentwicklung sowie die geringere Energieeffizienz.
Energieeffizienz im Fokus
Eines der Hauptkriterien zur Bewertung der einzelnen Modelle bildete deren Energieeffizienz. Hier ist vor allem der Coefficient of Performance (COP) entscheidend.
Der COP drückt das Verhältnis der eingesetzten elektrischen Energie zur erzeugten Nutzwärme aus. Ein COP von 4 beispielsweise bedeutet, dass die Wärmepumpenheizung aus einem Teil Strom vier Teile Wärme erzeugt. Es gilt: Je höher der Wert, desto effizienter die Wärmepumpenleistung. Gute COP-Werte bewegen sich zwischen 3 und 5. Die Spitzenreiter der Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen einen Wert von knapp über 4,5.
Mit einer hohen Energieeffizienz einher geht dabei auch ein niedriger Stromverbrauch und damit geringere Heizkosten. Was das angeht, konnten im Test vor allem die Modelle von Wolf und Viessmann überzeugen. Während der Testsieger von Viessmann auf einen Stromverbrauch von unter 5.000 Kilowattstunden pro Jahr kommt, liegt dieser bei der Luftwärmepumpe von Mitsubishi Electric bei über 6.000 Kilowattstunden.
Testkriterium Lautstärke
Ein weiteres Testkriterium ist die Geräuschentwicklung der Wärmepumpen. Anders als andere Heizungsarten besitzen Luftwärmepumpen ein Außengerät. Letzteres wird zumeist an der Hauswand angebracht.
Als besonders leise erwiesen sich die Geräte von Stiebel Eltron, Viessmann und Vaillant. Auch das Modell auf dem letzten Platz von Mitsubishi konnte in puncto Lautstärke überzeugen.
Seit Januar 2026 müssen Luft-Wasser-Wärmepumpen zudem strengere Schallgrenzwerte einhalten, um über die KfW förderfähig zu sein. Ein Aspekt, der die Geräuschentwicklung beim Kauf noch wichtiger macht.
Nachhaltiges Kältemittel
Neben der Bedienung, der Energieeffizienz und Lautstärke fließt auch die Umweltfreundlichkeit mit in die Testnote der Stiftung Warentest ein. Hier ist vor allem das von der Luftwärmepumpe verwendete Kältemittel entscheidend.
Propan, auch bekannt als R290, gilt als natürliches Kältemittel. Es hat eine entsprechend geringe Treibhauswirkung. Die getesteten Modelle von Viessmann und Wolf setzen bereits auf diese umweltfreundliche Lösung.
Ältere Kältemittel haben eine deutlich höhere Treibhauswirkung. Ein solches Kältemittel wurde in der Wärmepumpe von Mitsubishi gefunden.
Zwischenfazit zum Luftwärmepumpen Test der Stiftung Warentest
Als unabhängiges Verbraucherinstitut gibt die Stiftung Warentest eine fundierte Entscheidungshilfe beim Kauf einer Wärmepumpe. Durchgefallen ist keines der getesteten Modelle. So bewegen sich alle Testnoten zwischen 2,1 und 2,9.
Unabhängig von der Auswahl des konkreten Modells, gilt es für Eigentümer zu prüfen, ob eine Wärmepumpe für ihre Immobilie grundsätzlich in Frage kommt. Gerade in Altbauten mit geringem Dämmstandard ist das Heizen mit Umweltwärme nicht immer sinnvoll.
Alternativen zur Stiftung Warentest
Mit 6 Modellen umfasst der Test der Stiftung Warentest nur einen Teil des Marktes. Stellt sich die Frage, welche Quellen Verbraucher noch zur Bewertung von Wärmepumpen heranziehen können. Allen voran bietet hier das EHPA-Siegel eine zuverlässige Bewertungsgrundlage.
EHPA: Ein wichtiges Gütesiegel für seriös getestete Luftwasserwärmepumpen
Ein verlässliches Kennzeichen für die Qualität einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist das EHPA Gütesiegel. Diese von der Branche selbst ins Leben gerufene Qualitätsreferenz wird nur Produkten verliehen, die eine ganze Reihe technischer, planerischer und servicespezifischer Richtlinien erfüllen.
Viele renommierte deutsche Hersteller wie zum Beispiel Weishaupt dürfen ihre Produkte mit diesem Siegel auszeichnen. Der umfangreiche Test, in dem die Erfüllung der Qualitätskriterien geprüft werden, liegt in den Händen kompetenter Prüfstellen wie dem TÜV Rheinland und dem VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut. Ein wichtiger Test-Bestandteil ist dabei die Messung der COP-Werte. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) führt eine Liste der Luft-Wasser-Wärmepumpen mit Prüf-/Effizienznachweis.
Testkriterien
Folgende Kriterien spielen bei der Vergabe des Prüfnachweises eine Rolle:
- COP-Wert
- JAZ
- Durchschnittliche Lebensdauer (zwischen 10 und 20 Jahren)
- Erweiterbarkeit (eine Monoblock-Pumpe lässt sich im Gegensatz zur Split-Anlage nicht erweitern)
- Kompatibilität mit bereits bestehenden Heizungssystemen
- Bedienbarkeit und Steuerung (Vernetzung ins Smarthome mit intelligentem Energiemanagement)
- Sicherheit
- Preis
JAZ – was ist das?
Die JAZ steht für die Effizienz des gesamten Heizungssystems. Der Wert lässt sich erst unter realen Bedingungen nach Ablauf eines Jahres exakt ermitteln. Auch diese Orientierungszahl ist wie der COP im Bereich zwischen 3 und 5 verortet. Eine im oberen Qualitätssegment angesiedelte Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht in der Regel den unteren 4er-Bereich.