Holzheizung: Welche Arten es gibt, Kosten und gibt es ein Verbot?

Holzheizung Feststoffbrennkessel

In die Kategorie Holzheizung fallen verschiedene Heizungsarten. Sie finden auch als Biomasseheizung Bezeichnung und nutzen Holz als Brennstoff, um daraus Raumwärme und Warmwasser zu erzeugen. Welche Arten von Holzheizungen es gibt, was sie kosten, Förderung und ob es mit dem neuen Heizungsgesetz ab 2024 ein Verbot gibt.

Verbot von Holzheizungen?

Ein generelles Verbot von Holzheizungen gibt es auch 2026 nicht. Pellet-, Hackschnitzel- und Scheitholzheizungen dürfen weiterhin neu eingebaut und bestehende Anlagen weiter betrieben werden. Mit dem seit dem 29. Juli 2026 geltenden Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist zudem die frühere Vorgabe entfallen, nach der neue Heizungen grundsätzlich mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen mussten.

Holzheizungen zählen als Biomasseheizungen weiterhin zu den möglichen Heizsystemen. Förderfähige Biomasseheizungen können darüber hinaus über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bezuschusst werden. Voraussetzung ist, dass die Anlage die jeweils geltenden technischen Förderanforderungen erfüllt.

Nicht verwechselt werden sollten zentrale Holzheizungen mit Kamin- und Einzelraumöfen. Für ältere Einzelraumfeuerungsanlagen gelten eigene Emissionsvorgaben nach der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung. Für bestimmte zwischen 1995 und dem 21. März 2010 errichtete Öfen endete die letzte Übergangsfrist bereits am 31. Dezember 2024. Anlagen, die die vorgeschriebenen Grenzwerte nicht erfüllen und unter keine Ausnahme fallen, mussten nachgerüstet oder außer Betrieb genommen werden. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein allgemeines Verbot von Holzheizungen.

Förderung für Biomasseheizungen 2026

Biomasseheizungen wie Pellet-, Scheitholz- und Hackschnitzelheizungen werden auch 2026 über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert. Voraussetzung ist, dass die Anlage die technischen Anforderungen der Förderung erfüllt. Für den Einbau einer förderfähigen Biomasseheizung erhalten Eigentümer grundsätzlich 30 Prozent Grundförderung.

Selbstnutzende Eigentümer können abhängig von ihrem Einkommen und der auszutauschenden Heizung zusätzliche Boni erhalten:

  • 30 Prozent Grundförderung: Sie gilt für den Einbau einer förderfähigen Biomasseheizung in einem bestehenden Gebäude.
  • 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus: Selbstnutzende Eigentümer können diesen beim Austausch bestimmter funktionsfähiger alter Heizungen erhalten. Bei Gas- und Biomasseheizungen muss die Inbetriebnahme grundsätzlich mindestens 20 Jahre zurückliegen. Der Bonus sinkt erstmals zum 1. Februar 2027 und anschließend halbjährlich um jeweils vier Prozentpunkte.
  • Einkommensbonus: Selbstnutzer erhalten zusätzlich 40 Prozent bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro und 10 Prozent bis 50.000 Euro.
  • Bis zu 80 Prozent Gesamtförderung: Für selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro sind insgesamt bis zu 80 Prozent Förderung möglich. In den übrigen Fällen liegt die maximale Förderquote für Selbstnutzer grundsätzlich bei 70 Prozent.

 

Seit dem 21. Juli 2026 muss eine neue Biomasseheizung für den Klimageschwindigkeitsbonus nicht mehr zusätzlich mit einer Solarthermieanlage, Wärmepumpe oder Photovoltaikanlage zur Warmwasserbereitung kombiniert werden. Auch der frühere Emissionsminderungszuschlag für besonders emissionsarme Biomasseheizungen ist entfallen.

Für die erste Wohneinheit werden 2026 maximal 28.000 Euro förderfähige Kosten berücksichtigt. Bei einer Förderquote von 80 Prozent entspricht das einem maximalen Zuschuss von 22.400 Euro. Zuständig für die Heizungsförderung privater Eigentümer in bestehenden Wohngebäuden ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Heizen mit Holz: Von Pellets über Scheitholz bis Hackschnitzel

Gemein ist allen Holzheizungen, dass sie aus Holz Wärme erzeugen. Welche Technologie sie dabei verwenden und welche Art von Holz dabei zum Einsatz kommt, kann sich dabei unterscheiden.

Pelletheizung

Pelletheizung mit Pelletlager

Eine Pelletheizung verwendet gepresste Holzpellets als Brennstoff. Holzpellets sind kleine, zylindrische Presslinge aus Sägemehl und Holzspänen, die Anbieter ohne chemische Zusätze herstellen.

Pelletheizungen sind aufgrund ihrer Effizienz, der kompakten Lagerung der Pellets und der automatischen Funktion für eine breite Palette von Anwendungen geeignet – von Einfamilienhäusern bis zu kleineren gewerblichen oder öffentlichen Gebäuden.

Hackschnitzelheizung

Hackschnitzelheizung

Eine Hackschnitzelheizung verbrennt zerkleinertes Holz, sogenannte Hackschnitzel, um Wärme zu erzeugen. Hackschnitzel sind ein Nebenprodukt der Forst- und Holzindustrie und bestehen aus kleinen Holzstücken, Rinde und Sägespänen.

Aufgrund ihres relativ hohen Platzbedarfs für die Lagerung der Hackschnitzel und der notwendigen technischen Infrastruktur eignen sich Hackschnitzelheizungen besonders für größere Anlagen wie landwirtschaftliche Betriebe, kommunale Gebäude, Schulen oder Mehrfamilienhäuser.

Scheitholzheizung/Feststoffbrennkessel

Eine Scheitholzheizung verwendet gespaltenes Holz (Scheitholz) als Brennstoff für die Wärmeerzeugung. Dies ist eine der ältesten und traditionellsten Methoden der Holzverbrennung. Sie findet auch als Feststoffbrennkessel Bezeichnung.

Scheitholzheizungen eignen sich besonders für Personen, die Zugang zu günstigem oder eigenem Holz haben und bereit sind, die manuelle Arbeit der Holzbeförderung und -lagerung zu übernehmen.

Holzvergaserheizung

in Holzvergaserkessel ist eine fortschrittliche Art von Biomasseheizung, das feste Holzbrennstoffe (meist in Form von Scheitholz) zur Wärmeerzeugung verwendet. Der Kernunterschied zu herkömmlichen Holzfeuerungsanlagen liegt in der Verbrennungstechnologie. Ein Holzvergaserkessel führt den Verbrennungsprozess in zwei getrennten Phasen durch, was eine effizientere und sauberere Verbrennung ermöglicht.

Holz-Hybridheizungen

Holz-Hybridheizungen kombinieren den Brennstoff Holz mit einer weiteren Heizungsart. Letztere kann sowohl in einer regenerativen Heizung als auch in einer fossilen wie einer Öl- oder Gasheizung bestehen.

Die Kombination aus Gas und Pellets eignet sich zum Beispiel dazu, den Anforderungen des GEG zu genügen. Dabei übernimmt die Pelletheizung 65% der Heizleistung und den restlichen Teil deckt die Gasheizung. Gleiches ist bei einer Öl-Holzheizung der Fall.

Die Kombination einer Pelletheizung mit einer Wärmepumpe macht vor allem in Altbauten Sinn. Hier arbeiten Luft-Wasser-Wärmepumpen bei niedrigen Außentemperaturen oft nicht effizient. An sehr kalten Tagen springt deshalb dann der Holzheizkessel ein.

Kosten

Die folgende Tabelle zeigt die Anschaffungskosten und die laufenden Kosten einer Biomasseheizung für ein Einfamilienhaus mit guter Dämmung und einer Wohnfläche von 130 Quadratmetern.

Heizungsart

Anschaffung und Installation (EUR)

Verbrauch (kWh/Jahr)

Preis pro kWh (EUR)

Laufende Kosten für Brennstoff pro Jahr (EUR)

Hackschnitzelheizung

15.000 – 25.000

20.000

0,04

800

Pelletheizung

9.000 – 15.000

20.000

0,045

900

Scheitholzheizung

5.000 – 10.000

20.000

0,025 – 0,04

500 – 800

Hinzu kommen Betriebskosten für die jährliche Wartung. Diese ist bei Holzheizung etwas teurer als bei anderen Heizungen, da hier Feinstaub anfällt. Je nach Region liegen die Wartungskosten zwischen 200 und 300 Euro.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Nachhaltigkeit: Holz ist ein erneuerbarer Brennstoff, besonders wenn es aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Die Verbrennung von Holz ist CO2-neutral, da das Holz nur so viel CO2 freisetzt, wie der Baum während seines Wachstums aus der Atmosphäre aufgenommen hat.
  • Energieunabhängigkeit: Die Nutzung von Holz als Heizmaterial kann die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und den Schwankungen ihrer Preise reduzieren, besonders in Regionen, in denen Holz reichlich vorhanden ist.
  • Kosten: In Gegenden, in denen Holz leicht zugänglich ist, können die Brennstoffkosten für Holzheizungen niedriger sein im Vergleich zu Gas, Öl oder Elektrizität.
  • Förderung: Staatliche Förderungen zwischen 30 und 70% machen den Kauf einer Biomasseheizung auch finanziell attraktiv.

Nachteile

  • Arbeitsaufwand und Lagerung: Holzheizungen erfordern regelmäßigen Arbeitsaufwand für das Nachlegen von Holz, das Säubern des Kessels oder Ofens und die Lagerung des Brennholzes, was physischen Aufwand und ausreichend Platz voraussetzt.
  • Emissionen und Luftqualität: Unvollständige Verbrennung kann zu höheren Emissionen von Feinstaub und anderen Schadstoffen führen, was sowohl die Außen- als auch die Innenluftqualität beeinträchtigen kann. Moderne Holzheizsysteme mit fortschrittlicher Verbrennungstechnologie können dieses Problem zwar minimieren, aber nicht vollständig eliminieren.

Hersteller für Holzheizungen

Während die meisten großen Heizungshersteller wie Viessmann, Vaillant einen Pelletkessel in ihrem Sortiment führen, sieht es bei spezifischen Holzheizungen eher schwierig aus. Hier werden Eigentümer vor allem bei Spezialisten fündig. Dazu zählen ETA, Ökofen, Hargassner, KWB, Fröling, HDG Bavaria und Windhager. 

Jan-Philipp Hotze

Über den Autor

Jan-Philipp Hotze

Als Geschäftsführer von ökoloco ist es Jan-Philipps Ziel, jeden Haushalt nachhaltig zu versorgen und dabei zu helfen, eine kohlenstoffarme Wirtschaft aufzubauen. Als Kaufmann mit einem Bachelor in Betriebswirtschaft und einem Master in Energiewirtschaft ist Jan-Philipp Ihr Ansprechpartner rund um das Thema Energieeffizienz. In unserem Ratgeber schreibt er zu allen Themen rund um Heiztechnik und Energiewirtschaft vom Wärmepumpen-Test über die Kosten von Luftwärmepumpen bis hin zur Infrarotheizung.
Fragen können Sie gerne an service@oekoloco.de richten.

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