Hybridheizung von Öl- bis Gas-Wärmepumpe, Förderung 2026 & Kosten
Ein Hybridheizung vereint das Beste aus zwei Welten. So lässt sich beispielsweise eine Gasheizung mit einer Wärmepumpe kombinieren. Dabei übernimmt die meiste Zeit die Wärmepumpe die Heizleistung. Im Winter jedoch, bei sehr niedrigen Außentemperaturen, steigt der Stromverbrauch der Wärmepumpe rasant an und die Gasheizung springt ein. Welche Vor- und Nachteile das hat, welche Hybridheizungen Sinn machen und aktuelle Förderungen im Überblick.
Was ist eine Hybridheizung?
Eine Hybridheizung ist ein Heizsystem, das zwei Energiequellen miteinander kombiniert. Experten sprechen hier auch von einer bivalenten Heizung oder von einer multivalenten Heizung, wenn sie mehr als zwei Systeme verbindet.
Nicht immer muss es sich dabei um die Kombination von Heizungsarten handeln. So kann auch eine Photovoltaikanlage Teil einer Hybridheizung sein, indem sie beispielsweise eine Wärmepumpe mit Strom versorgt.
EE-Hybridheizung
Eine besondere Form bildet die Erneuerbare-Energien-Hybridheizung, auch als EE-Hybrid abgekürzt. Diese verbindet ausschließlich regenerative Energiequellen.
Die wohl häufigste Erscheinungsform besteht in der Kombination aus Luftwärmepumpe und Photovoltaik. So benötigt eine Wärmepumpe Strom, den die Solaranlage in Sonnenstunden erzeugt. Durch einen optionalen Batteriespeicher lässt sich der Solarstrom speichern und auch dann nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. So ermöglicht diese Kombination nicht nur eine Einsparung der Heizkosten, sondern schont ebenso die Umwelt und reduziert die Abhängigkeit von Energieversorgern.
Vor- und Nachteile
Ziel der Hybridheizung ist es, zwei sich ergänzende Systeme miteinander zu kombinieren. Dabei gleichen die Vorteile der einen Heizungsart die Nachteile der anderen aus und umgekehrt.
Typisches Beispiel ist die Solarthermie, die Wärme aus Sonnenenergie gewinnt. Wenn die Sonne scheint, erhalten Eigentümer umweltfreundliche Wärme und das auch noch kostenlos. Gerade in Deutschland jedoch sind die Sonnenstunden begrenzt. Wenn die Sonne einmal nicht scheint, springt der andere Teil der Hybridheizung ein. Dabei kann es sich dann beispielsweise um eine Gas- oder Pelletheizung handeln, die beide unabhängig von der Sonneneinstrahlung funktionieren.
Vorteile
- Energieeffizienz: Basierend auf den aktuellen Bedingungen, wählen Hybridheizungen automatisch die effizienteste Heizquelle. Das steigert die Effizienz gegenüber herkömmlichen, monovalenten Systemen.
- Kosteneinsparungen: Durch die optimierte Nutzung verschiedener Energiequellen, insbesondere erneuerbarer Energien, lassen sich Heizkosten senken.
- Umweltfreundlichkeit: Die Integration erneuerbarer Energien wie Solarenergie oder Luft-Wasser-Wärmepumpen reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und verringert die CO2-Emissionen.
- Attraktive Förderungen: Für regenerative Heizungen erhalten Eigentümer derzeit staatliche Förderungen von bis zu 80%. Doch dazu später mehr.
Nachteile
- Hohe Anfangsinvestitionen: Grundsätzlich fallen Anschaffungskosten für zwei Heizungssysteme an. Die hohe Anfangsinvestition für Hybridheizungen relativiert sich jedoch durch attraktive Zuschüsse, die Eigentümer derzeit erhalten.
- Komplexität der Installation und Wartung: Auch die Wartung und Reparatur gestaltet sich zumeist komplexer als bei einer monovalenten Heizung.
- Platzbedarf: Dadurch, dass mindestens zwei Heizgeräte aufgestellt werden, benötigen hybride Heizungen mehr Platz als einfache Heizungsanlagen.
Häufige Kombinationen und welche Hybridheizungen sich lohnen
Die folgenden Abschnitte geben eine Übersicht für oft gewählte Hybridheizungen und in welchem Anwendungsfall sie sich lohnen.
Gas-Hybridheizungen
Besonders beliebt ist die Kombination einer Gasheizung mit einer regenerativen Heizungsart. Die meisten Eigentümer entscheiden sich dabei für eine Gas-Luftwärmepumpe.
Für wen lohnt sich eine Gas-Hybridheizung?
Eine Gas-Wärmepumpe macht vor allem in Altbauten Sinn. Der Grund dafür ist, dass Wärmepumpen mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten. Steigt die benötigte Vorlauftemperatur beispielsweise im Winter bei kalten Außentemperaturen, steigt auch der Stromverbrauch der Wärmepumpe und sie arbeitet nicht mehr wirtschaftlich. Das passiert vor allem in schlecht gedämmten Altbauten. Auch Heizkörper benötigen meist höhere Vorlauftemperaturen als eine Fußbodenheizung.
Eine fehlende Fußbodenheizung und mangelnde Dämmung führen dazu, dass eine Wärmepumpe im Altbau nicht das ganze Jahr über effizient arbeitet. In solchen Momenten springt dann die Gasheizung. Meist setzen Eigentümer auf eine Gas-Luftwärmepumpe, da die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe anders als eine Erdwärmepumpe keine Bohrung erfordert.
Öl-Hybridheizungen
Dabei kombinieren Eigentümer den fossilen Brennstoff Öl mit einer weiteren, meist regenerativen, Heizungsart. Auch hier handelt es sich meist um eine Öl-Wärmepumpe.
Für wen lohnt sich eine Öl-Hybridheizung?
Hier ist der Anwendungsfall ähnlich wie bei der zuvor genannten Gas-Wärmepumpe. So lohnt sich eine Öl-Wärmepumpe vor allem in Altbauten, in denen die Wärmepumpe allein aufgrund mangelnder Dämmung nicht das ganze Jahr über effizient arbeitet. Auf eine Ölheizung statt Gas setzen Eigentümer dabei meist, wenn es in ihrer Nachbarschaft keinen Gasanschluss gibt.
Pellet-Hybridheizung
Eine Pellet-Hybridheizung kombiniert einen Pelletkessel mit einer anderen Heiztechnologie, oft einer Wärmepumpe oder einer Solarthermieanlage.
Ebenso lässt sich eine Pelletheizung auch mit einem fossilen Brennstoff wie Gas oder Öl kombinieren.
Für wen lohnt sich eine Pellet-Hybridheizung?
Biomasseheizungen bieten sich oft dann an, wenn eine Wärmepumpenheizung keinen Sinn macht. Das ist oft in Altbauten oder denkmalgeschützten Gebäuden der Fall. Aufgrund mangelnder Dämmung arbeiten Wärmepumpen hier nicht effizient.
In Kombination mit einer fossilen Energiequelle bietet eine Pellet-Hybridheizung eine Möglichkeit, die Anforderungen des neuen Heizungsgesetzes zu erfüllen. Demnach müssen neue Heizungen zu 65% erneuerbare Energien nutzen. Durch die Kombination einer Gas- oder Ölheizung mit einem Pelletkessel lässt sich dieses Ziel erreichen.
Infrarot-Hybridheizung
Dabei kombinieren Eigentümer eine elektrische Infrarotheizung mit mindestens einer weiteren Energiequelle. Hier bietet sich vor allem die Kombination mit einer PV-Anlage an,.
Für wen lohnt sich eine Pellet-Hybridheizung?
Infrarotheizungen eignen sich vor allem als Zusatzheizung für einzelne Räume wie ein Bade- oder ein Gästezimmer. Im Gegensatz zu Heizkörpern erzeugt sie keine Konvektionswärme, sondern Strahlungswärme. Diese wird von den meisten Menschen nicht nur als angenehmer empfunden, sondern ist auch gesünder, da sie keinen Staub aufgewirbelt.
Da Strom jedoch kein Primärenergieträger ist, muss er zunächst in Wärme umgewandelt werden. Das macht das Heizen mit Infrarot teuer. Hier macht es deshalb Sinn, die Infrarotheizung mit einer weiteren Heizungsart oder Photovoltaik zu kombinieren.
Kombination mit Photovoltaik
Unabhängig von der Zubereitung von Warmwasser und Raumwärme bietet sich oft auch die Integration einer Photovoltaikanlage zur Stromgewinnung an. Handelt es sich um eine elektrische Heizung wie eine Wärmepumpe, lässt sich diese direkt mit eigenem Solarstrom versorgen. Bei einer Gas-Hybridheizung mit Photovoltaik erzeugen die Solarmodule den Strom hauptsächlich für andere Verbrauch im Haus, ein Teil fällt jedoch auch für den Betrieb der Gastherme an.
Bis zu 80 % Förderung in 2026
Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt der Staat auch 2026 den Einbau klimafreundlicher Heizsysteme. Für die Heizungsförderung in bestehenden Wohngebäuden ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zuständig. Das BAFA übernimmt innerhalb der BEG weiterhin andere energetische Einzelmaßnahmen, beispielsweise Maßnahmen zur Heizungsoptimierung. Seit dem 21. Juli 2026 gelten angepasste Förderbedingungen für den Heizungstausch.
Eine frühere Voraussetzung, nach der neue Heizungen mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen mussten, besteht seit der Reform des Heizungsgesetzes nicht mehr. Für die Förderung ist stattdessen entscheidend, ob es sich um ein nach den BEG Richtlinien förderfähiges Heizsystem handelt. Dazu zählen unter anderem Wärmepumpen, Solarthermieanlagen und Biomasseheizungen. Auch bei Hybridheizungen kann der regenerative Teil der Anlage förderfähig sein.
Höhe der Förderung
Die Heizungsförderung setzt sich 2026 aus mehreren Bausteinen zusammen:
- 30 % Grundförderung: Für den Einbau eines förderfähigen klimafreundlichen Heizsystems beträgt die Grundförderung 30 Prozent der förderfähigen Kosten.
- Einkommensbonus: Selbstnutzende Eigentümer erhalten bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro weitere 40 Prozent, bis 40.000 Euro weitere 30 Prozent und bis 50.000 Euro weitere 10 Prozent Förderung. Lebt mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt, werden für die Berechnung des Einkommensbonus einmalig 10.000 Euro vom maßgeblichen Haushaltsjahreseinkommen abgezogen.
- 16 % Klimageschwindigkeitsbonus: Selbstnutzende Eigentümer können beim Austausch bestimmter funktionsfähiger alter Heizungen aktuell zusätzliche 16 Prozent erhalten. Der Bonus sinkt erstmals zum 1. Februar 2027 um vier Prozentpunkte und anschließend halbjährlich weiter.
- Bis zu 80 % Gesamtförderung: Für selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro beträgt die maximale Förderquote 80 Prozent. Für andere selbstnutzende Eigentümer sind Grundförderung und Boni grundsätzlich auf insgesamt 70 Prozent begrenzt.
Der frühere Effizienzbonus für besonders effiziente Wärmepumpen beziehungsweise Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln ist seit dem 21. Juli 2026 entfallen. Für das erste Quartal 2027 ist stattdessen ein neuer Wertschöpfungsbonus für in der EU gefertigte Wärmepumpen vorgesehen.
Für die erste Wohneinheit können 2026 maximal 28.000 Euro förderfähige Kosten berücksichtigt werden. Ab dem 1. Februar 2027 wird dieser Höchstbetrag halbjährlich um jeweils 750 Euro reduziert.
Wichtig: Bei Hybridheizungen mit einer fossilen Komponente wird grundsätzlich nur der förderfähige regenerative Teil berücksichtigt. Eine Sonderregel gilt für Wärmepumpen-Hybrid-Kompaktgeräte, bei denen Wärmepumpe und nicht förderfähiger zweiter Wärmeerzeuger bereits herstellerseitig in einem Gerät verbaut sind. Hier werden pauschal 65 Prozent der Gesamtkosten als förderfähig angesetzt. Der eigentliche Zuschuss wird anschließend auf diese förderfähigen Kosten berechnet.
Hersteller und Kosten
Renommierte Heizungshersteller wie Wolf, Brötje, Viessmann, Vaillant, Buderus und Bosch bieten meist Pakete, bei denen sich ihre Heizungen mit anderen kombinieren lassen. Nach Möglichkeit macht es Sinn bei einer Hybridheizung auf den gleichen Hersteller zu setzen.
Handelt es sich beispielsweise um eine Gas-Wärmepumpe-Hybridheizung, dann empfiehlt es sich, sowohl bei der Wärmepumpe als auch bei der Gasheizung auf einen Hersteller zu setzen. Das gewährleistet die Kompatibilität beider Anlagen.
Die Kosten variieren stark je nachdem, welche Heizungen als Hybride eingesetzt werden. Hier finden Interessierte eine Übersicht über die Kosten verschiedener Heizungssysteme: