Split-Wärmepumpe: Hersteller, Kosten, Vor- und Nachteile im Check
Die Split-Wärmepumpe setzt sich als nachhaltige Technik für Heizung, Warmwasseraufbereitung und Kühlung durch. 2022 stieg die Nachfrage um 49 Prozent – Tendenz weiter steigend. Wie Split-Geräte funktionieren, was sie kosten ebenso wie Vor- und Nachteile im Vergleich zu Monoblock-Wärmepumpen.
Funktionsaufteilung auf zwei Geräte bringt Vorteile
Monoblock-Wärmepumpen vereinen alle technischen Komponenten in einem Gerät, das entweder im Haus oder außerhalb aufgestellt wird. Die Split-Wärmepumpe – der Name deutet es an – teilt die technischen Funktionsteile auf zwei Geräte auf. So verfügt sie über ein Außengerät und ein weiteres Gerät innerhalb der eignen vier Wände. Doch worin liegt der Vorteil, zwei Geräte zu bauen?
Die Geräteaufteilung macht Eigentümer räumlich flexibler. Sie haben zwei kleinere technische Komponenten, die Sie optisch und räumlich störungsfrei draußen und drinnen platzieren können. Zudem sind alle empfindlichen Bauteile der Split-Wärmepumpe im Innengerät untergebracht und damit besser geschützt. Geräusche verursachende Technik wie der Ventilator bleiben im Außenteil. Die Inneneinheit arbeitet demnach nahezu geräuschlos.
Ein weiterer Vorteil der geteilten Luft-Wasser-Wärmepumpe ergibt sich aus ihrer Installation. Die Außeneinheit ist über dünne Kühlschläuche mit der Inneneinheit verbunden. Es sind keine aufwändigen großen Wanddurchbrüche nötig. Eine Split-Wärmepumpe lässt sich schnell und kostengünstig installieren.
Warum funktioniert die Luft-Wasser-Wärmepumpe auch im Winter?
Eine der häufigsten Fragen zur Split-Wärmepumpe entspringt folgender Überlegung: Diese Art von Wärmepumpe entzieht der Luft Wärme und nutzt diese Wärme für die Heizungs- und Warmwassertechnik. So etwas kann doch nur im Sommer funktionieren! Müssen Sie also im Winter mit fossilen Brennstoffen unterstützen? – Die Antwort lautet: Nein. Denn die Funktion einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist komplexer.
Hier eine Kurzerklärung: In der Außeneinheit saugt der Ventilator Luft an. Zusammen mit dem Kältemittel strömt diese über den Verdampfer. Das flüssige Kältemittel geht in Dampf auf. Der Verdichter komprimiert den Druck des Dampfes. Dadurch steigt die Temperatur des Kältemitteldampfes. Dieser fließt über die dünne Leitung zur Inneneinheit und gibt seine Hitze an das Heizungswasser ab. Die wundersame Verwandlung funktioniert bei der Split-Wärmepumpe bis -20 Grad Außentemperatur.
Monoblock oder Split? Ein Vergleich der Vor- und Nachteile
Vorteile Split-Wärmepumpe:
- Geringer Platzbedarf
- Flexibel (kann erweitert werden)
- Geräuschentwicklung außen
- Sensible Technik immer geschützt im Innengerät
Nachteile Split-Wärmepumpe:
- Höherer Installationsaufwand
- Etwas höhere Wartungs-/Betriebskosten
Vorteile Monoblock:
- Einfache Installation
- Geringerer Wartungsaufwand
- Niedrigere Wartungs-/Betriebskosten
Nachteile Monoblock:
- Benötigt eine größere Stellfläche
- Geräuschentwicklung innen oder außen, je nach Aufstellung
- Höhere Anschaffungskosten
- Geringere Flexibilität (kann nicht erweitert werden)
Kann eine Split-Wärmepumpe auch kühlen?
Tatsächlich sind Split-Wärmepumpen in der Lage, ihren Funktionsablauf umzukehren. Sie führt in diesem Modus die warme Luft aus dem Haus heraus und funktioniert dann als Split-Klimaanlage.
Wie hoch sind die Kosten für eine Split-Wärmepumpe?
Je nach Hersteller und Gerätegröße liegen die Investitionskosten für Split-Anlagen zwischen 7.000 und 12.000 Euro. Hinzu kommen die Aufwendungen für die Installationsarbeiten von 1.000 bis 2.000 Euro. Bei den Splitgeräten fallen etwas höhere regelmäßige Wartungskosten für die Kontrolle des Kältemittelkreislaufes an. Diese liegen zur Zeit um die 300 Euro jährlich.
Fördergelder nicht vergessen
Auch Split-Wärmepumpen können 2026 über die Bundesförderung für effiziente Gebäude gefördert werden, sofern die Anlage die technischen Mindestanforderungen erfüllt. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Selbstnutzende Eigentümer können abhängig von Einkommen und auszutauschender Heizung zusätzliche Boni erhalten. Insgesamt sind Zuschüsse von bis zu 80 Prozent möglich.
Für die Heizungsförderung privater Eigentümer ist heute die KfW zuständig. Ergänzend kann ein KfW-Ergänzungskredit genutzt werden. Wer keine öffentliche Förderung in Anspruch nimmt, kann unter bestimmten Voraussetzungen alternativ die steuerliche Förderung energetischer Maßnahmen nach § 35c EStG nutzen.
Wichtig ist die richtige Reihenfolge: Vor dem Förderantrag muss ein Vertrag mit entsprechender Förderklausel vorliegen. Mit den Arbeiten vor Ort darf jedoch erst nach Antragstellung begonnen werden. Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf regionale Förderprogramme von Bundesländern und Kommunen.
Hersteller und Modelle
Die wachsende Nachfrage nach Splitgeräten führt dazu, dass nahezu jeder namenhafte Hersteller entsprechende Modelle produziert. Im Folgenden eine Übersich:
Altherma von Daikin
Alle großen marktführenden Hersteller, aber auch kleinere Produzenten haben inzwischen die Wärmepumpen-Technik im Angebot. Das japanische Unternehmen Daikin, das seit über 100 Jahren in der Klimatechnik tätig ist, stellt mit seinem Modell Altherma eine Wärmepumpe zur Verfügung, die wahlweise in den Leistungsklassen 11, 14 und 16 kW arbeitet. Das Außengerät kommt mit einem Ventilator aus und ist dadurch besonders kompakt gebaut.
Arotherm von Vaillant
Das seit fast 150 Jahren bestehende deutsche Traditionsunternehmen Vaillant ist schon 2006 ins Wärmepumpen-Geschäft eingestiegen. Die Vaillant Arotherm arbeitet in den Leistungsklassen 5, 8, 11 oder 15 kW. Die Heizungsprofis haben in dieses Modell eine Hocheffizienz-Pumpe integriert, durch die der Stromverbrauch der Vaillant Arotherm besonders niedrig ist.
Vitocal von Viessmann
Das deutsche Unternehmen Viessmann kennt sich seit über 100 Jahren mit Heizungstechnik sowie mit Klima- und Kühlsystemen aus. In der Sparte Split-Wärmepumpen hat Viessmann seine Vitocal Modellreihen entwickelt. Die Geräte arbeiten in einem Leistungsbereich von 2,6 bis 55,8 kW und sind jeweils genau auf bestimmte Einsatzbereiche – Modernisierung, Neubau, Einsatz bei enger Bebauung – abgestimmt.
Split-Wärmepumpen von Weishaupt
Weishaupt aus Oberschwaben ist als familiengeführtes Unternehmen seit über 90 Jahren auf dem nationalen und internationalen Heizungsmarkt tätig. Das Produkt Wärmepumpe, insbesondere die Split-Wärmepumpe, stellt inzwischen einen wichtigen Produktionszweig dar. Weishaupt baut kompakte Split-Komplettsysteme, die sich durch Preisgünstigkeit und einen besonders wirtschaftlichen Betrieb auszeichnen. Die Umwälzpumpe arbeitet in der Effizienzklasse A. Es sind je nach Modell Leistungsausbeuten zwischen 8 und 20 kW möglich.