Heizöl: Häufige Fragen, Antworten und wissenswerte Informationen

Heizöl ist der Brennstoff vieler Heizungen in Deutschland. Wenn man sich für einen Brennstoff wie Heizöl entscheidet, sollte man sich vorher möglichst genau über Aspekte wie z. B. Kaufbedingungen, Nutzung und Lagerung informieren. Hier erfahren Sie, wie Sie mit dem richtigen Fachwissen schwerwiegende Fehler vermeiden und dadurch viel Geld einsparen können.

Inhaltsverzeichnis

    Wie entsteht Öl bzw. Heizöl?

    Abgestorbenes Plankton wird auf dem Meeresgrund von Sand und Ton überlagert, entwickelt sich zu Planktonschlick und versteinert schließlich. Durch weitere Erdschichten nehmen Druck und Temperatur zu. Weil im Laufe dieses Vorgangs keinerlei Sauerstoff an die Planktonbiomasse gelangt, verwest sie nicht vollständig, sondern wird durch Bakterien in eine zähflüssige Substanz umgewandelt. Dadurch entstehen Kohlenwasserstoffe wie zum Beispiel Erdöl. Nach der Förderung wird dieses Rohöl dann u. a. zu Heizöl weiterverarbeitet.

    Woraus besteht Heizöl?

    Die wesentlichen Bestandteile von Heizöl EL sind Kohlenstoff mit einem mittleren Masseanteil von 86,5 % und Wasserstoff mit einem mittleren Masseanteil von 13,3 %. Die Zusammensetzung ist durch die Vorschrift DIN 51 603-1 geregelt, die besagt, dass Heizöl EL ein reines Produkt aus der Mineralölverarbeitung ist, das vorher zu keinem anderen Zweck eingesetzt werden darf. Aufgearbeitetes Altöl und Beimischungen von chlorhaltigen Stoffen sowie anorganischen Säuren zählen daher nicht zu den Komponenten des Heizöls EL.

    Wie wird Heizöl hergestellt?

    Vom Erdöl zum Rohöl

    Erdöl kann auf dem Festland (onshore) oder auf dem Meer (offshore) gefördert werden. Nachdem das Erdöl an die Oberfläche geholt worden ist, wird es als Rohöl bezeichnet.

    Aufbereitung für die Raffinerie

    Das geförderte Rohöl wird zunächst von Lagerstättenwasser, Sand, Gasanteilen und Salzen befreit. Erst dann kann das gesäuberte Öl durch lange Pipelines oder mittels Tankschiffen zur Raffinerie transportiert werden.

    Vom Erdöl zum Heizöl

    Durch diverse chemische und physikalische Prozesse in der Raffinerie wird aus Rohöl schließlich Heizöl. Der elementare Verarbeitungsprozess ist die Destillation. Dabei wird das Rohöl auf 400 Grad erhitzt, wodurch leichte Kohlenwasserstoffe gasförmig werden. Die schwereren Kohlenwasserstoffe wie Heizöl EL und Diesel sammeln sich bei rund 170 bis 370 Grad im unteren Bereich des 50 Meter hohen Destillationsturms. Das Rohöl wird durch die Destillation also in seine einzelnen Fraktionen aufgespalten, die dann über Rohrleitungen in Lagertanks abfließen. Das so gewonnene Heizöl kann dann zum Kunden geliefert werden.

    Für welchen Zeitraum werden die weltweiten Ölvorkommen ausreichen?

    Angesichts des aktuellen weltweiten Erdölverbrauchs würden die Reserven für mehr als 50 Jahre ausreichen. Dieses Ergebnis geht aus den Berechnungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hervor. Die weltweiten Erdölreserven werden dabei auf über 241 Milliarden Tonnen geschätzt. Die Reichweite der Ölreserven unterliegt dem Einfluss von technischem Fortschritt, Rohölpreis und der Erschließung neuer Ölvorkommen. Aufgrund dessen handelt es sich bei Hochrechnungen immer nur um eine Momentaufnahme, da sich die Einflussfaktoren kontinuierlich verändern.

    Ist Versorgungssicherheit gewährleistet?

    In Deutschland gibt es das „Gesetz über die Bevorratung mit Erdöl und Erdölerzeugnissen“, das den Erdölbevorratungsverband (EBV) und die Hersteller von Erdölerzeugnissen zu einer Reservehaltung für mindestens 90 Tage verpflichtet. Auf diese Weise können eventuelle Versorgungsengpässe vermieden werden.

    Insgesamt importiert Deutschland aus 31 Ländern Erdöl, sodass keine einseitigen Abhängigkeiten bestehen. Die Versorgungssicherheit wird zusätzlich durch eine flexible Infrastruktur begünstigt. Pipeline, Bahn, Schiff und Tankwagen sind mögliche Transportwege.

    Abgesehen von den Aufbewahrungsstätten des Staates und zahlreicher Raffinerien, lagern große Mengen an Heizöl in den privaten Tanks der Verbraucher. Um den ganzen Jahresbedarf abzudecken, verfügen Ölheizungsbesitzer über ihren eigenen Energiespeicher.

    Versorgungssicherheit wird auch durch innovative Fördertechnik gewährleistet. Moderne Halbtaucherplattformen und Bohrschiffe ermöglichen Ölbohrungen sogar in der Tiefsee. Ölvorkommen, die bislang nicht wirtschaftlich erschlossen werden konnten, werden auf diese Weise nun zugänglich.

    Durch neue Fördertechnik können zunehmend auch alternative Öllagerstätten erschlossen werden: In Poren von Gesteinen befindet sich zum Beispiel Ölsand und in porösen Gesteinsschichten gibt es Ölschiefer. Ölsande werden beispielsweise in Kanada ziemlich aufwändig im Tagebau gefördert. Ölschiefer ist bislang wirtschaftlich kaum zu gewinnen. Grundsätzlich gehen Forscher jedoch davon aus, dass mehr Öl zur Verfügung steht als benötigt wird.

    Heizöl

    Mit welchen Tipps kann ich beim Heizölkauf Geld sparen?

    • Zahlart beachten
    • Premium Qualität kaufen
    • Versteckte Kosten beachten
    • Notbestellungen vermeiden
    • Online kaufen
    • Preisvergleich nutzen
    • Günstigen Zeitpunkt wählen
    • Lagerkapazität aufstocken
    • Bestellmenge erhöhen durch z. B. Sammelbestellung
    • Modernisierung der Heizungsanlage

    Wie läuft der Transport von Heizöl ab?

    Das Rohöl wird nach seiner Förderung meist über viele Kilometer hinweg transportiert. Dabei kommen diverse Pipelines, Öltanker und Züge zum Einsatz. In inländischen Raffinerien wird das Rohöl dann zu Heizöl weiterverarbeitet. Mit Hilfe von Schiffen, Zügen und Pipelines wird das Heizöl anschließend in über einhundert zentrale Auslieferungslager in Deutschland transportiert. Viele Transportwege sorgen für viel Wettbewerb und dadurch für minimale Lieferengpässe. Der letzte Schritt, also die Auslieferung im Tankwagen an den Endkunden, stellt den letzten Schritt der Transportkette dar.

    In Deutschland unterscheidet sich die Öl-Versorgung anhand der geographischen Lage. Denn die Transportkosten zu den zentralen Öllagern sind unterschiedlich hoch. Daher entstehen für Verbraucher in Gebieten mit weniger stark ausgebauter Infrastruktur höhere Kosten. Wie Sie durch den Transport bei Ihrer Heizöl-Bestellung Geld sparen können, erfahren Sie hier.

    Wie sollte Heizöl gelagert werden?

    In Deutschland sind die Lagerbedingungen von Heizöl gesetzlich geregelt. Um eine bestmögliche Sicherheit zu gewährleisten, sollten Lagertanks den aktuellen DIN-Normen 6608 bis 6627 entsprechen. Für die oberirdische Nutzung bieten sich transparente Kunststofftanks an. Möchten Sie Ihr Heizöl unterirdisch lagern, können doppelwandige Modelle aus Stahl oder glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) benutzt werden.

    Grundsätzlich sollte man bei der Lagerung mehrere Faktoren beachten. Um das Erstarren der Paraffine im Heizöl zu verhindern, sollte der Brennstoff frostfrei gelagert werden. Die ideale Lagertemperatur liegt zwischen 5 und 15 Grad Celsius.

    Außerdem sollte die Entstehung von Kondenswasser weitgehend verhindert werden. Kondenswasser kann bei stark schwankenden Temperaturen an den Innenwänden von Stahltanks entstehen.

    Darüber hinaus sollten Lichteinflüsse unterbunden werden. Dies kann bei lichtdurchlässigen Materialien des Öltanks (Batterietanks aus Kunststoff oder GFK) durch einen Lichtschutz des Tanks selber oder mit Hilfe einer Abdunkelung der Fenster erreicht werden.

    Auch der Eingang von Sauerstoff in die Ölleitungen sollte ausgeschlossen werden. Daher ist es wichtig, ein Einstrangsystem zu installieren, bei dem vom Heizöltank bis zum Vorfilter nur eine Ölleitung verläuft. Dem Tank wird über diese Saugleitung immer nur so viel Heizöl entnommen, wie tatsächlich am Brenner benötigt wird, sodass kein Öl zum Tank zurückgeführt werden muss.

    Eine optimale Lagerung führt zu einer maximalen Nutzungsdauer. Bei ordnungsgemäßer Lagerung ist Ihr Heizöl dann bis zu drei Jahre ohne Qualitätsverlust nutzbar.

    FAQ – Noch Fragen?

    Heizöltanks müssen in regelmäßigen Abstanden überprüft und gereinigt werden. Unlösliche Reste setzen sich im Laufe der Zeit am Boden von Heizöltanks ab und erhöhen das Risiko von Schäden und Verstopfungen des Tanks. Das kann teure Reparaturkosten zur Folge haben.

    • Durchführung in regelmäßigen Abständen
    • Unlösliche Reste können sich ansonsten absetzen
    • Teure Reparaturkosten können so umgangen werden

    Die Paraffine im Heizöl erstarren ab einer bestimmten Temperatur zu Kristallen und werden als weißer Schleier oder Flocken sichtbar. Dadurch wird das Öl zähflüssig bis es schließlich fest wird. Dieser Prozess kann bereits ab einer Temperatur von 3 Grad einsetzen. Daher ist es erforderlich, die Lagerung von Heizöl nach DIN 4755 frostfrei zu gestalten. Dies gilt auch für Rohrleitungen und Bauelemente zwischen Tank und Brenner.

    Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gibt am Markt eine große Auswahl an Öl-Brennwertkesseln. Um sich hier optimal beraten zu lassen, kontaktieren Sie den entsprechenden Heizungshersteller oder einen SHK-Betrieb.

    Schwefelarmes Heizöl bietet eine Reihe von Vorteilen. Denn schwefelarmes Heizöl verbrennt nahezu rückstandsfrei. Die saubere Verbrennung ermöglicht eine optimale Energieausnutzung und verringert den Wartungsaufwand. Außerdem werden die Schadstoffemissionen auf ein Minimum reduziert.

    Über den Autor

    Heiko Rexer

    Heiko ist unser technischer Leiter bei ökoloco. Er ist Installateur- und Heizungsbauermeister und mit über 18 Jahren Berufserfahrung Spezialist im…
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