Holzvergaser: Funktion, Kosten und Förderung 2026

Mann beschickt einen Holzvergaser

Ein Holzvergaser arbeitet mit einem zweistufigen Verbrennungsprozess. Dabei wird das Holz zunächst vergast, bevor es anschließend verbrennt. Dieses Prinzip ermöglicht nicht nur eine sehr hohe Energieausbeute, sondern reduziert auch Emissionen wie Feinstaub. Wie genau die Holzvergasung funktioniert, Vor- und Nachteile, was ein Holzvergaserkessel kostet und aktuelle Förderungen.

Wie funktioniert ein Holzvergaserkessel?

Das Prinzip einer Holzvergaserheizung lässt sich in 6 Schritten zusammenfassen:

  1. Laden des Brennstoffs: Zunächst beschicken Eigentümer den Holzvergaser mit Holzscheiten.
  2. Zündung: Die Zündung kann entweder durch ein elektrisches Bauteil erfolgen oder manuell durch Anzündhilfen.
  3. Vergasung: Nach dem Entzünden erhitzt die Flamme das Holz in der Vergasungskammer. Dabei werden nur ganz geringe Mengen Sauerstoff zugeführt – gerade so, dass das Feuer nicht erlischt. Der geringe Sauerstoffgehalt hat zur Folge, dass das Holz vergast statt verbrennt. Dieser Vorgang findet auch als Pyrolyse Bezeichnung.
  4. Verbrennung der Holzgase: Das freigesetzte Holzgas wird dann in eine zweite Kammer geleitet. Dort wird es bei sehr hohen Temperaturen unter Zugabe von Sauerstoff verbrannt.

Der zweistufige Prozess sowie die hohen Temperaturen sorgen dafür, dass nahezu eine vollständige Verbrennung erfolgt. So kommt der Holzvergaser auf einen hohen Wirkungsgrad von über 90% und setzt weniger Emissionen frei als herkömmliche Biomasse- und Holzheizungen.

Stromerzeugung mittels Holzgas

Mit Holzgas lässt sich nicht nur Warmwasser und Raumwärme erzeugen, sondern auch Strom. Dafür wird das Holzgas nicht direkt verbrannt, sondern gereinigt und einem Gasmotor zugeführt, der einen Generator antreibt. Die dabei entstehende Abwärme wird zum Heizen genutzt. Ein Prinzip, das als Kraft-Wärme-Kopplung bezeichnet wird, ähnlich wie bei Blockheizkraftwerken (BHKW).

Wichtig: Ein Holzvergaser-BHKW ist technisch deutlich aufwendiger und teurer als ein reiner Holzvergaserkessel und im Einfamilienhaus eher die Ausnahme. Die folgenden Angaben zu Kosten, Dimensionierung und Förderung in diesem Artikel beziehen sich auf den klassischen Holzvergaserkessel zum Heizen.

Wasserführender Holzvergaser

Holzvergaserkessel

Ein wasserführender Holzvergaser unterscheidet sich dahingehend, dass er nicht nur Raumwärme bereitstellt, sondern auch Brauchwasser erwärmt. Dabei kann es sich um einen Kaminofen oder Holzvergaserkessel handeln. Entscheidend ist, dass er Holzvergasung als Technik nutzt. Ein Wärmetauscher überträgt die Wärme vom Ofen oder Kessel auf das Wasser. Anders als Holzvergaser als Einzelraumheizung lassen sich wasserführende Holzvergaser als Hauptheizung für ein gesamtes Gebäude nutzen.

Warum ein Pufferspeicher Sinn macht

Strom und Wärme benötigen Eigentümer in ihrem Haushalt nicht zwingend gleichzeitig. Bei einem Holzvergaser kann es deshalb Sinn machen, Wärme zu speichern, die bei der Stromproduktion entsteht. Genau hier kommt ein Pufferspeicher zum Einsatz. Er speichert überschüssig erzeugte Wärme und macht sie verfügbar, wenn sie tatsächlich benötigt wird.

Die richtige Dimensionierung: Wie viel kW?

Die Eignung der Leistung eines Holzvergasers (in Kilowatt, kW) für eine bestimmte Wohnfläche (in Quadratmetern, qm) hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Isolierung des Hauses, das Klima der Region und die durchschnittlichen Außentemperaturen. Die folgenden Werte eignen sich als Orientierung:

Leistung des Holzvergasers (kW)Geeignete Wohnfläche (qm)
5 kWbis zu 50 qm
10 kWbis zu 100 qm
20 kWbis zu 200 qm
25 kWbis zu 250 qm
30 kWbis zu 300 qm

Die kleinsten Holzvergaserheizungen mit 5 kW eignen sich lediglich für sehr kleine Gebäude oder als Einzelraumheizung wie ein Kaminofen.

Kosten und Förderung

Die Kosten für einen Holzvergaserkessel unterscheiden sich vor allem je nach Leistung. Für ein Komplettset mit Einbau liegen die Preise zwischen 12.000 und 18.000 Euro.

Das Gerät selbst kostet meist zwischen 8.000 und 12.000 Euro. So liegt der Preis für einen der beliebtesten Holzvergaser, den Viessmann Vitoligno 200-S, derzeit bei rund 10.000 Euro. Weitere bewährte Hersteller für Holzvergaserheizungen sind Atmos, Hargassner, Solarbayer, Windhager, ETA, Künzel, HDG und Buderus:

HerstellerModellnameLeistungsbereich (kW)Füllraumvolumen (Liter)BesonderheitenGeschätzter Preis (EUR)
FrölingS4 Turbo15–60145–220Automatische Zündung, Saugzuggebläse, Lambda-Regelung8.000–12.000
HargassnerNeo-HV20–60166–222Automatische Zündung, Touch-Display, Lambdasonde, optional als Kombikessel9.000–13.000
WindhagerLogWIN Premium Touch13–50145–226Automatische Zündung, drehbarer Abgasrohranschluss, Edelstahl-Innenmantel8.200–12.000
ETASH-P20–60150–225Automatische Zündung, Saugzuggebläse, Lambda-Regelung, Touchscreen-Bedienung9.000–13.000

Bei den hier aufgeführten Preisen handelt es sich rein um die Kosten für den Holzvergaserkessel. Hinzu kommen Kosten für den Einbau sowie Montagematerial.

Förderung 2026

Holzvergaser zählen zu den Biomasseheizungen und sind auch 2026 über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig. Für den Einbau einer förderfähigen Holzvergaserheizung beträgt die Grundförderung aktuell 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Für selbstnutzende Eigentümer sind abhängig vom Einkommen und der auszutauschenden Heizung weitere Boni möglich.

  • 30 Prozent Grundförderung: Für den Einbau einer förderfähigen Holzvergaserheizung in einem bestehenden Gebäude.
  • 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus: Selbstnutzende Eigentümer können diesen beim Austausch einer funktionsfähigen Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung erhalten. Bei einer alten Gas- oder Biomasseheizung muss die Inbetriebnahme mindestens 20 Jahre zurückliegen. Der Bonus sinkt erstmals zum 1. Februar 2027 und anschließend halbjährlich um jeweils vier Prozentpunkte.
  • Einkommensbonus: Selbstnutzende Eigentümer erhalten zusätzlich 40 Prozent bei einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro, 30 Prozent bis 40.000 Euro und 10 Prozent bis 50.000 Euro.
  • Bis zu 80 Prozent Gesamtförderung: Für Selbstnutzer mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro sind insgesamt bis zu 80 Prozent Förderung möglich. In den übrigen Fällen liegt die maximale Förderquote für Selbstnutzer grundsätzlich bei 70 Prozent.

 

Der frühere Emissionsminderungszuschlag von 2.500 Euro für besonders emissionsarme Biomasseheizungen ist seit dem 21. Juli 2026 entfallen.

Für die erste Wohneinheit werden 2026 maximal 28.000 Euro förderfähige Kosten berücksichtigt. Bei einer maximalen Förderquote von 80 Prozent entspricht das einem Zuschuss von bis zu 22.400 Euro. Zusätzlich kann für bereits geförderte Maßnahmen unter bestimmten Voraussetzungen ein KfW Ergänzungskredit von bis zu 120.000 Euro je Wohneinheit genutzt werden.

Voraussetzungen für die Förderung

Damit ein Holzvergaser gefördert wird, muss die Anlage die technischen Mindestanforderungen der BEG erfüllen. Außerdem muss der Einbau mit einer Optimierung des Heizungsverteilungssystems verbunden sein. Dazu gehört in der Regel auch ein hydraulischer Abgleich.

Für die Heizungsförderung privater Eigentümer in bestehenden Wohngebäuden ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zuständig. Vor der Antragstellung muss ein Fachunternehmen oder ein Energieeffizienz Experte die geplante Maßnahme prüfen und eine Bestätigung zum Antrag erstellen.

Mann untersucht eine Holzvergaserheizung

Anforderungen an den Schornstein

Das Heizen mit Holzgas stellt besondere Anforderungen an den Schornstein einer Immobilie. Teilweise erfordert das Umrüsten auf einen Holzvergaser auch eine Schornsteinsanierung.

Der Schornstein muss hoch genug sein, um einen guten Zug zu gewährleisten. Wie hoch genau, hängt von der Höhe des Gebäudes und der umliegenden Bebauung ab. Der Schornstein sollte korrosionsfrei sein. Besonders gut eignen sich Edelstahl-Kamine für Holzvergaserkessel.

Bernhard Hoff

Über den Autor

Bernhard Hoff

Bernd ist Betriebsleiter bei ökoloco. Er hat über 25 Jahren Berufserfahrung im Bereich Wärmepumpe und Öl-, bzw. Gasfeuerungsanlagen. In unserem Ratgeber legt er seinen Fokus vor allem auf praktische Themen wie das Entlüften der Heizung, die Funktionsweise von Pelletheizungen oder den hydraulischen Abgleich. Wenn Sie eine Frage zum Thema Heizung oder Energie Effizienz haben richten Sie diese bitte an technik@oekoloco.de.

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