Heizung ausgefallen – was nun? 

Beitragsbild: Heizung ausgefallen - was nun?

Wenn die Heizung ausfällt, kann das besonders im Winter durchaus Folgen haben. Anstatt zu frieren, kann man mitunter selbst das Problem lösen und sich die warme Gemütlichkeit der eigenen vier Wände zurückholen. Mögliche Ursachen für einen Heizungsausfall und deren Beseitigung sowie einige nützliche Tipps in Verbindung mit der unerwarteten Kälte in den Räumen, helfen im Umgang mit einer defekten Heizung.

Inhaltsverzeichnis

    Mögliche Schritte, wenn die Heizung ausfällt

    Sollte es einmal zu dem Zwischenfall einer defekten Heizung kommen, ist die Informationskette das wichtigste Instrument zur Lösung dieser durchaus auch frostigen Misere. Als Mieter ist man verpflichtet, den Vermieter schnellstmöglich zu informieren. Am einfachsten geschieht dies durch einen Anruf. Folgend sollte der Vermieter alles daransetzen, die Ursache und deren Behebung ausfindig zu machen, weil im schlimmsten Fall Mietminderungen und ein Ausnahmeausfall drohen.

    Bei folgenden Symptomen an der Heizung können Mieter sowie Vermieter einfache Schritte zur Behebung des Heizungsproblems ausführen:

    Die nachfolgende Übersicht zeigt mögliche Ursachen für eine nicht funktionierende Heizung und bietet Ihnen entsprechende Lösungen:

    SymptomMögliche UrsacheLösung
    Heizung wird nicht warm
    • Luft im Heizsystem
    • Defekte an einzelnen Elementen
    • Zu wenig Brennstoff oder fehlerhafte Zufuhr
    • Heizung entlüften
    • Hydraulischer Abgleich
    • Installateur für Austausch der Bauelemente kontaktieren
    • Öl, Gas, Pellets nachfüllen
    Heizung wird ganz langsam warm
    • Starteinstellungen nach Ruhephase
    • Sommereinstellungen
    • Warten
    • Ändern der Einstellungen
    Heizung verliert Druck
    • Zu häufiges Entlüften
    • Lecks
    • Falsch eingestelltes Sicherheitsventil (zu klein)
    • Defektes Ausdehnungsgefäß
    • Mindest-temperatur von 70 Grad Celsius noch nicht erreicht
    • Richtigen Anlagendruck bestimmen
    • Druck nach dem Entlüften am Manometer überprüfen (Heizwasser nachfüllen)
    • Reparatur Ausdehnungsgefäß durch einen Fachmann
    • Bei Lecks und einem zu kleinen Sicherheitsventil Installateur rufen
    Heizung verliert Wasser
    • Undichte Heizungsrohre
    • Defektes Ausdehnungsgefäß
    • Fehler am Manometer
    • Defekt am Überdruckventil
    • Fachmann mit einer Wärmebildkamera die Lecks aufspüren
    • Ausdehnungsgefäß austauschen lassen
    • Installateur kontaktieren
    Heizung wird nur oben warm
    • Luft im Heizkreislauf
    • Ventil am Thermostat klemmt
    • Heizung entlüften
    • Hydraulischen Abgleich
    • Ventil lösen und ein Schmiermittel verwenden
    Heizung unten nicht warm
    • Zu wenig Wasser
    • Wasser nachfüllen
    Heizung geht nicht mehr aus
    • Defektes Thermostatventil
    • Ventil klemmt
    • Falsch eingestelltes Thermostat
    • Passende Raumtemperatur wählen und entsprechend einstellen
    • Stift am Ventil lockern und mit Fett einschmieren
    • Notfalls Thermostatkopf austauschen
    Heizung tropft
    • Leck an den Heizungsrohren, am Heizkörper oder am Kessel
    • Defekte Gummidichtungen
    • Ortung der Leckage
    • Mit Rohrzange festschrauben (Leck an einer Verschraubung)
    • Installateur rufen
    • Austausch Gummidichtung
    Heizung blubbert
    • Gebläse des Ölbrenners
    • Umrüsten durch Fachmann
    • Nur in starken Aktivphasen
    Heizung knarrt, knackt oder klopft
    • Ausdehnende und zusammenziehende Rohre (nur während Aufheizen / Abkühlen)
    • Eventuell falsch verlegte Rohre
    • Wenn nur in intensiven Aufheiz- / Abkühlphasen: keine Aktion notwendig
    Ölheizung jault oder kreischt
    • Unzureichende Ölzufuhr zum Brenner
    • Heizung sofort abschalten
    • Fachmann informieren
    Heizung springt nicht an
    • Kein Brennstoff oder Zufuhr unterbrochen
    • Falsch eingestellte Thermostate
    • Heizungsregelung verstellt
    • Defekte Umwälzpumpe
    • Notschalter betätigt
    • Anschlüsse der Brennstoffzufuhr überprüfen
    • Tanks auffüllen
    • Stift im Thermostat herein- und herausbewegen
    • Stellung der Thermostate überprüfen (Thermostatkopf richtig befestigt?)
    • Regelung anpassen (zum Beispiel von Sommer- auf Winterbetrieb der Anlage)
    • Notschalter: erneut betätigen
    • Austausch der Pumpe
    • Im Zweifelsfall: Installateur kontaktieren
    Heizung piept
    • Zu viel Luft in der Heizungsanlage
    • Zu geringer Wasserdruck
    • Reibungsgeräusche
    • Ausdehnung durch Wärme
    • Fließgeräusche
    • Defekte oder falsch eingestellte Umwälzpumpe
    • Überströmventil falsch eingestellt
    • Defekter Brenner
    • Heizung entlüften
    • Hydraulischen Abgleich
    • Vom Fachmann Einzelteile überprüfen / austauschen lassen
    • Betrieb der Bauteile entsprechend der Anlage, des Gebäudes und des eigenen Heizverhaltens anpassen
    Wechselnde Erwärmung
    • Zu wenig Erdöl oder -gas
    • Nachfüllen des Brennstoffes
    Zu schnelle oder zu langsame Erhitzung
    • Unreguliertes Heizsystem
    • Regulierung durch Fachmann
    Kompletter Heizkörper zu wenig warm
    • Nachtabsenkung tagsüber aktiv
    • Änderung der Einstellungen
    Nur niedrige Temperaturen möglich
    • Raumthermostat nicht richtig aufgedreht
    • Zeitschaltuhr aktiv
    • Raumthermostat aufdrehen
    • Zeitschaltuhr abschalten oder neu einstellen
    Keine Regung
    • Umwälzpumpe inaktiv
    • Umwälzpumpe aktivieren

    Was ist ein hydraulischer Abgleich?

    Zur Analyse der Heizungsanlage wird ein hydraulischer Abgleich vorgenommen. Mit Hilfe dieser Lösung lassen sich Energieverbrauch und Kosten senken. Zudem enthält er verschiedene Überprüfungen und Einstellungen für eine effektive Heizung.

    • Berechnung spezifischer Raumheizlast
    • Heizflächenaufnahme
    • Heizkörperberechnung
    • Berechnung des Volumenstroms
    • Bestimmung der Voreinstellung aller Ventile
    • Berechnung Förderhöhe der Heizungspumpe
    • Ermittlung Wärmebedarf für separate Räume
    • Optimale Vorlauftemperatur finden
    • Benötigte Wassermenge für jeden Heizungskörper
    • Kalkulation der Differenzdruckregler

    Mit einem hydraulischen Abgleich lassen sich bis zu 10 Prozent Energiekosten sparenBis zu 30 Prozent Förderung werden bei KfW und BAFA für einen professionellen hydraulischen Abgleich bereitgestellt.

    Was kann ich bei einem Totalausfall tun?

    Erste wirkungsvolle Schritte wären:

    • Nachschauen, ob Brenner ausgefallen ist
    • Ist ausreichend Brennstoff vorhanden?
    • Kann die Heizungssteuerung fehlerhaft sein – Blick auf das Display
    • Hängt die Anlage überhaupt am Netz?
    • Wurde entlüftet, ohne Wasser nachzufüllen?
    • Funktionieren Umwälzpumpe und Hebeanlage?
    • Oder hängt es lokal an einem defekten Thermostat?

    Wenn diese ersten Maßnahmen nicht ausreichen, um die Heizung warm zu bekommen, hilft nur noch der Fachmann und Techniker.

    Tipp: Ein Entstörknopf an der Heizung sollte nur einmal betätigt werden, da ansonsten die Düsen beschädigt werden können.

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      Welche Fehlerunterschiede zwischen Öl- und Gasheizung treten auf?

      Heizungsstörungen sind ebenfalls an die Heizungsanlage selbst gekoppelt. So ergeben sich bei Öl- oder Gasheizungen andere Ursachen für einen Ausfall.

      Gasheizung

      • Leck – Vorsicht: Gasgeruch!
      • Gaszufuhr gestört oder kein Brennstoff verfügbar
      • Anschluss ans Gasnetz gekappt
      • System verliert Druck
      • Defekt oder Verstopfung des Brenners
      • Verbrennungsgase versiegeln Metall von innen
      • Elektronikschäden
      • Schaden am Brennwertkessel
      • Verrußung des Heizkessels

      Ölheizung

      • Unterbrechung der Ölzufuhr
      • Filterverstopfung
      • Zusetzung der Gasdüse
      • Schwebstoffe der Verbrennung setzen sich in Leitungen ab
      • Zu wenig Öl – Ansaugstutzen reicht nicht hinein
      • Ansaugstutzen zu tief – Ölschlamm wurde eingesaugt
      • Verrußung der Heizungsanlage
      • Breiige Masse nach der Verbrennung blockiert Knicke und Verzweigungen
      • Keine Additive (Fließverbesserer) verwendet

        Wie sieht mein Recht auf Mietminderung aus?

        Vermieter stehen zwischen dem 01. Oktober und dem 30. April in der Heizpflicht. Sollte diese konstant nicht erfüllt werden, besteht das Recht auf Mietminderung. Dies bedingt jedoch die schnellstmögliche Information durch den Mieter und die Gewährleistung einer Reparatur oder Beseitigung des Schadens. In den meisten Fällen werden die Probleme zügig behoben, sodass es gar nicht zur Mietminderung kommen muss. Im Sonderfall gilt die Informationspflicht des Mieters bezüglich einer Mietminderung. Bei ausbleibender Reaktion ist dem Mieter die Inanspruchnahme eines Installateurs oder Reparaturdienstes zu Kosten des Vermieters gestattet. Nur in Extremfällen, wie der dauerhaften Unterschreitung von 15 Grad Celsius, können eine fristlose Kündigung oder diverse juristische Instanzen weitere Optionen sein.

        Wie kann ich die Wohnung warm halten?

        Um die Wärme der Wohnung so lang wie möglich speichern zu können, bedarf es nur einiger kleiner sowie einfacher Maßnahmen.

        • Türen schließen
        • Rollläden herunterlassen/Vorhänge zuziehen
        • Möbel von Heizkörpern wegrücken
        • Türen und Fenster abdichten
        • Mobile Heizgeräte oder Heißluftventilatoren nutzen
        • Teppiche und Läufer auslegen
        • Kerzen anzünden
        • Luftfeuchtigkeit erhöhen (Pflanzen, Tischbrunnen)
        • Fenster der Sonnenseite als Sammellinse am Tag nutzen

        Für die Optimierung der Heizungsleistung selbst sorgen diese Tipps:

        Für die Anschaffung eines elektrischen Heizgerätes im Notfall, kann die Rechnung dem Vermieter vorgelegt werden. Zudem besteht der Anspruch auf eine alternative, geeignete Unterbringung bei einem steten Temperaturabfall unter 15 Grad Celsius – Hotelauslagerungen sind üblich.

        FAQ – Noch Fragen?

        Wenn beispielsweise nach dem Entlüften der Heizungsanlage zu viel Wasser nachgefüllt wird, erhöht sich der Druck. Sollte dieser zu hoch liegen, werden die Leitungssysteme, der Heizkessel und die laufende Technik mit der Zeit in Mitleidenschaft gezogen. Eine teure Wartung oder im schlimmsten Fall der Ausfall der Heizung wären die Konsequenzen.

        In der Regel möchte der Mieter in seiner Wohnung verbleiben. Reagiert der Vermieter oder die Gesellschaft nicht, dann sollte er neben der Mietminderung einen juristischen Beistand zu rate ziehen. In solchen Fällen ist der Ruf eines Kundendienstes legitim – vor allem, wenn Eiseskälte herrscht. Bei einem Totalausfall der Heizung zu frostigen Temperaturen hält der Vermieter die Bereitstellung einer wohnlichen Atmosphäre nicht aufrecht. Somit besteht in Präzedenzfällen sofortige Kündigungsmöglichkeit. In harschen Situationen unter 15 Grad Raumtemperatur begeht der Vermieter sogar Gesundheitsgefährdung. In vielen anderen Fällen kann das Problem mittels kleiner Reparatur oder Wartung behoben werden. Diese Kulanz muss der Mieter dem Vermieter einräumen – es besteht keine fristlose Kündigungsoption.

        Der Kundendienst ist verpflichtet, auf Notrufe einzugehen. Allerdings ist die Firma auch an ihr Auftragsbuch gebunden, sodass sich durchaus Wartezeiten offenbaren. Dies muss dann allerdings auch aus den Aufzeichnungen ersichtlich sein, sonst macht sich das Unternehmen fahrlässig strafbar. In der Regel sollte der Kundendienst am selben Tag zumindest vorbeigeschaut, wenn nicht sogar schon mit der Reparatur angefangen haben. Aus verbindlichen Gründen sind Hausnotrufe oft an bestimmte Areale gebunden. Diese müssen unverzüglich reagieren.

        Über den Autor

        Heiko Rexer

        Heiko ist unser technischer Leiter bei ökoloco. Er ist Installateur- und Heizungsbauermeister und mit über 18 Jahren Berufserfahrung Spezialist im…
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