Wärmepumpenheizung – Kosten, Funktion und Förderung im Überblick
Die Wärmepumpenheizung gilt als Schlüsseltechnologie gegen den Klimawandel. Dabei ist sie nicht nur nachhaltig, sondern macht unabhängiger von Energieversorgern und spart Heizkosten. Welche Arten von Wärmepumpen es gibt, was sie kosten und von welchen Förderungen Modernisierer in 2026 profitieren.
Die Wärmepumpe auf dem Vormarsch
Über viele Jahrzehnte hinweg heizten deutsche Haushalte vorwiegend mit Gas und Öl. Andere Arten der Heizenergiegewinnung wie Holz, Pellets, Strom oder Solarthermie und auch die Wärmepumpenheizung nahmen eine untergeordnete Rolle ein. Seit einigen Jahren ist die Wärmepumpentechnologie jedoch auf dem Vormarsch und verdrängt traditionelle Heizmethoden. Noch im Jahr 2015 etwa nutzten gut 52 Prozent aller Neubauten Gas als primären Heizenergieträger. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 waren es nur noch 22 Prozent aller neu errichteten Wohngebäude.
Gleichzeitig stieg der Anteil von Gebäuden mit Wärmepumpen als primäre Heizenergiequelle von 31,4 Prozent auf 57 Prozent. Aktuell liegt der Anteil der Neubauten, die auf erneuerbare Energieträger zum Heizen setzen bei 74,7 Prozent. Mittlerweile werden jährlich rund 180.000 Heizsysteme mit Wärmepumpentechnik in Neubauten installiert. Aber auch in Altbauten kommt der Trend zunehmend an. Schätzungsweise 30.000 bis 40.000 Anlagen kommen jährlich hinzu und ersetzen fossile Heizsysteme.
Wie funktioniert eine Wärmepumpenheizung?

Die Wärmepumpenheizung gilt als Wunderwaffe der Heiztechnik im Kampf für nachhaltiges Heizen gegen den Klimawandel. Aber wie funktioniert die Technologie? Tatsächlich ist das Prinzip recht einfach oder hätten Sie gedacht, dass Sie unter Garantie bereits mindestens eine Art Wärmepumpe in Ihrem Haushalt haben?
Auch bei Ihrem Kühlschrank handelt es sich um eine Art Wärmepumpentechnologie. In diesem Fall entzieht das Gerät den enthaltenen Lebensmitteln ihre Wärme. Während der Kühlschrank kühlt, nutzen Wärmepumpenheizungsanlagen den umgekehrten Weg. Kernstück der Wärmepumpenheizung ist ein mit Kühlmittel befüllter Verdampfer.
Dabei handelt es sich um ein spezielles Kältemittel, das sich durch seinen geringen Siedepunkt auszeichnet. Aus diesem Grund verdampft es bereits bei sehr geringen Temperaturen. Im nächsten Schritt wird das Volumen des Gases in einem Verdichter reduziert.
Infolge der Druckerhöhung steigt auch die Gastemperatur, welche die für das Heizen notwendige Hitze an das Heizsystem abgibt. Eine Wärmepumpe macht sich also die Temperatur der Umgebung z.B. der Außenluft zunutze, um diese auf ein höheres Niveau zu transformieren. Unter optimalen Umständen können moderne Wärmepumpenheizungen die aus der Umgebung zugeführte Energie vervierfachen.
Was kostet eine Wärmepumpenheizung?
Die Kosten für eine Wärmepumpe lassen sich kaum pauschalisieren. Diese hängen von verschiedenen Faktoren ab. Darunter die Variante, der Umfang der Arbeiten und die Dimensionierung der Heizung entsprechend des zu beheizenden Wohnraums. Zudem untergliedern sich die Kosten in die Investition für die eigentliche Anlage, die Erschließungskosten, die Installationskosten sowie die Kosten für ergänzenden Materialien und Arbeitsstunden wie etwa die Verrohrung der Heizung.
Für eine Luft-Wasser-Pumpe müssen Sie etwa mit Gesamtkosten im Rahmen von 16.000 bis 22.000 Euro mit Einbau rechnen. Bei einer breiter einsetzbaren Sole-Wasser-Variante liegen die Kosten mit Montage bei 20.000 bis 28.000 Euro. Für ein typisches Einfamilienhaus sind Investitionskosten in Höhe von rund 20.000 Euro durchaus realistisch. Zum Vergleich: Eine äquivalente Gasheizung schlägt mit nur rund 8.000 bis 9.000 Euro inklusive Installation zu Buche.
Wärmepumpen-Förderung 2026
Für den Einbau einer Wärmepumpe in einem bestehenden Gebäude stehen 2026 attraktive Zuschüsse für Wärmepumpen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zur Verfügung. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Selbstnutzende Eigentümer können abhängig von Einkommen und bisheriger Heizung weitere Boni erhalten.
| Förderart | Höhe | Voraussetzungen |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Einbau einer förderfähigen Wärmepumpe in einem bestehenden Gebäude |
| Klimageschwindigkeitsbonus | +16 % | Austausch bestimmter funktionsfähiger alter Heizungen durch Selbstnutzer |
| Einkommensbonus | +10 %, +30 % oder +40 % | Abhängig vom zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen |
| Maximale Förderung | bis zu 80 % | Für Selbstnutzer mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 30.000 Euro; ansonsten grundsätzlich maximal 70 % |
Für die erste Wohneinheit werden 2026 maximal 28.000 Euro förderfähige Kosten berücksichtigt. Damit kann der Zuschuss im günstigsten Fall bis zu 22.400 Euro betragen. Der frühere Effizienzbonus für natürliche Kältemittel oder besonders effiziente Wärmequellen ist seit Juli 2026 entfallen.
Technische Voraussetzungen
Damit eine Wärmepumpe gefördert wird, muss sie außerdem die technischen Mindestanforderungen der BEG erfüllen. Dazu gehören unter anderem:
- Eine berechnete Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0 bei elektrisch betriebenen Wärmepumpen; für Luft-Luft-Wärmepumpen gelten gesonderte Effizienznachweise
- Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen seit 2026 strengere Vorgaben für die Geräuschemission des Außengeräts
- Eine geeignete Schnittstelle zur netzdienlichen Steuerung
- Die Möglichkeit zur Erfassung von Energieverbrauch und erzeugter Wärmemenge
- Die Optimierung des Heizsystems, bei wassergeführten Anlagen grundsätzlich einschließlich hydraulischem Abgleich
- Fachgerechte Planung und Installation durch ein Fachunternehmen
Eine reine Brauchwasser-Wärmepumpe wird nicht wie eine vollständige Heizungswärmepumpe eigenständig über die Heizungsförderung bezuschusst. Im Zusammenhang mit dem Einbau eines förderfähigen Wärmeerzeugers kann sie unter bestimmten Voraussetzungen jedoch als Teil der Maßnahme mitgefördert werden.
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen Altbau und Neubau: Die Zuschussförderung für den Heizungstausch richtet sich an bestehende Gebäude. Für einen Neubau gelten eigene KfW-Programme und Förderbedingungen.
Zuständig für die Heizungsförderung privater Eigentümer in bestehenden Wohngebäuden ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
Neu ab 2026: Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen Grenzwert einhalten
Neu seit Jahresbeginn 2026 ist eine verschärfte Fördervoraussetzung für Luft-Wasser-Wärmepumpen. Geräte mit einem Außengerät werden laut BEG-Programm nur noch gefördert, wenn die Geräuschemissionen mindestens 10 Dezibel unter den Grenzwerten der EU-Ökodesign-Verordnung liegen.
Zuvor genügte eine Unterschreitung von 5 Dezibel. Wärmepumpenheizungen, die diesen Grenzwert überschreiten, dürfen zwar weiterhin eingebaut werden, sind jedoch nicht länger förderfähig.
Stromverbrauch und laufende Kosten
Im Vergleich zu fossilen Heizungsarten fallen die Betriebskosten einer Wärmepumpe gering aus. Zum Antrieb benötigt die Wärmepumpenheizung Strom. In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus ist hier mit jährlich Stromkosten von rund zwischen 700 und 1.000 Euro zu rechnen. Bei Luftwärmepumpen fällt der Stromverbrauch höher aus als bei Grundwasser- und Erdwärmepumpen.
In schlecht gedämmten Gebäuden benötigen Wärmepumpen eine deutlich höhere Vorlauftemperatur, da mehr Wärme auf dem Transportweg in die Räume verloren geht. Deshalb benötigen Wärmepumpen in Altbauten grundsätzlich deutlich mehr Strom:
Weitere laufende Kosten für den Betrieb einer Wärmepumpe entstehen durch die Wartung. Hier liegt der Preis zwischen 150 und 200 Euro.
Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?
Auch im Altbau kann sich das Heizen mit Umweltwärme lohnen. Entscheidend ist die Dämmung und die Form der Wärmeausgabe. Letztere erfolgt über entweder über Heizkörper oder eine Fußbodenheizung. Fußbodenheizungen sind von Vorteil, da sie mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten. Doch auch ohne eine Fußbodenheizung lassen sich Wärmepumpen effizient betreiben. Hier gibt es spezielle Niedertemperatur-Heizkörper.
In einem Altbau sind meist umfassende Sanierungsarbeiten erforderlich, damit Wärmepumpen effizient arbeiten. Alternativ bieten sich spezielle Hochtemperatur-Wärmepumpen an. Doch auch dabei sollten gewisse Mindestanforderungen an die Dämmung erfüllt sein, damit der Stromverbrauch in einem wirtschaftlichen Rahmen bleibt.
Verschiedene Wärmepumpe-Arten
Eines der großen Probleme von Wärmepumpenheizsystemen ist, dass diese bei geringen Außentemperaturen bzw. Temperaturen des Mediums, dem die Energie entzogen wird, nicht besonders effizient funktionieren. Dementsprechend gibt es verschiedene Varianten der Wärmepumpenheizung. Welche Variante zum Einsatz kommt, hängt dabei vom jeweiligen Standort einer Immobilie ab.
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Die Luft-Wasser-Wärmepumpenheizung ist die Standard-Variante. Wie der Name es bereits vorwegnimmt, nutzt dieses System nur die Außenluft zur Wärmegewinnung. Über den Verdampfer und Verdichter wird die Wärme an das ausschließlich im Heizkreislauf befindliche Wasser weitergeleitet. Der Vorteile: Solche Anlagen sind hinsichtlich der Gesamtkosten vergleichsweise günstig. Demgegenüber steht der Nachteil, dass die Funktion der Luft-Wasser-Systeme bei niedrigen Umgebungstemperaturen deutlich an Effizienz einbüßt.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe
Bei den sogenannten Wasser-Wasser-Systemen wird statt der Umgebungsluft das Grundwasser als Wärmemedium verwendet. Dieses hat ganzjährig eine Temperatur von 7 bis 12 Grad Celsius und stellt damit genügend Energie für eine ausreichende Energiegewinnung bereit. Damit können Sie ein Gebäude anders als mit einem Luft-Wasser-System auch im Winter effizient beheizen, ohne dass ein weiteres Heizsystem zur Ergänzung für die optimale Funktion notwendig ist.
Das Problem besteht in der notwendigen Brunnenbohrung. Diese verursacht einerseits zusätzliche Ausgaben. Andererseits eignet sich auch nicht jedes Grundstück, um Zugang zum Grundwasser zu erlangen. Dafür ist der Wirkungsgrad mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von bis zu 4,5 besonders hoch.
Sole-Wasser-Wärmepumpe
Die dritte Variante der Wärmepumpenheizung ist das Sole-Wasser-System. Auch diese Technologie setzt auf die Temperatur aus dem Erdinneren. Und zwar nicht auf das Grundwasser, sondern auf die Wärme des Erdbodens selbst. In unseren Breiten liegt die Temperatur ab einer Tiefe von ca. 10 Metern ganzjährig bei rund 10 Grad Celsius. Genug, um ein Haus auch im Winter autark dauerhaft zu beheizen. Die Wärme wird direkt an eine Sole-Flüssigkeit übertragen, die die Wärme an das Heizsystem abgibt.
Bei Nutzung von Erdwärmesonden ist eine Tiefenbohrung erforderlich, die meist bis zu 100 Meter in die Tiefe reicht und je nach Bodenbeschaffenheit mit rund 50 bis 100 Euro pro Bohrmeter zu Buche schlägt. Insgesamt sollten Sie für die Bohrung je nach Standort mit zusätzlichen Kosten von etwa 8.000 bis 12.000 Euro rechnen. Hinzu kommt eine Genehmigung der Berg- oder unteren Wasserbehörde.
Den höheren Erschließungskosten stehen jedoch geringere Stromkosten gegenüber. So kommen die meisten Erdwärmepumpen auf eine Jahresarbeitszahl von über 4 und sind damit deutlich effizienter als Luftwärmepumpen.
Die Hybrid-Wärmepumpe als Übergangslösung
Eine besondere Variante ist die Hybrid-Wärmepumpe. Dabei wird eine Wärmepumpe mit einem zweiten Wärmeerzeuger kombiniert. Meist handelt es sich dabei um die vorhandene Gastherme oder Ölheizung. Während die meist deutlich effizientere Wärmepumpe den Großteil der Heizlast trägt, springt die fossile Heizung dann ein, wenn die Wärmepumpenheizung an ihre Grenzen stößt. Das ist vor allem an sehr kalten Tagen der Fall.
Das macht Hybrid-Wärmepumpen gerade in noch nicht vollständig sanierten Altbauten interessant. Aufgrund der geringen Dämmung und der fehlenden Fußbodenheizung arbeitet sie hier an kalten Tagen oft weniger effizient als Öl- und Gasheizungen.
Bei der Förderung gilt jedoch eine Einschränkung: Bei Hybridheizungen ist nur der erneuerbare-Energien-Anteil, also die Wärmepumpe, förderfähig. Zudem muss diese einen Großteil der Heizlast tragen.